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Das Bezirksmuseum Landstraße

Unterkategorien in dieser Kategorie:

Theresia Schaffer Blog, Peter Mahler Blog, Kulturberichte

Impressum der Kulturgeschichte

Karl Hauer und Georg Kiss
KULTURGESCHICHTE DES 3. BEZIRKS WIEN - LANDSTRASSE

IMPRESSUM
Autor: Prof. Karl Hauer
Heraugeber: Bezirksmusem
Bilder: Diverse
Bezirksmuseum Landstraße, Eigenverlag
Sechskrügelgasse 11, 1030 Wien

Archiv des Bezirksmuseum Landstraße
Gestaltung: Kiss Georg
ALLE RECHTE VORBEHALTEN
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INHALTSVERZEICHNIS:
* Prähistorische und römische und Frühgeschichte
* Römerzeit
* Frühes Mittelalter
* Hoch- und Spätmittelalter
* Die Landstraße im 16. und 17. Jahrhundert
* Erdberg und der Erdberger Maiß
* Unter den Weißgerbern
* Rechtssprechung in alter Zeit
* St. Marx
* Die Landstraße im 18. Jahrhundert Seite 56
* Das Waisenhaus am Rennweg Seite67
* Das Schulwesen auf der Landstraße in früher Zeit Seite 69
* St. Marxer Friedhof Seite71
* Der Wiener Neustädter Kanal und der Aspangbahnhof Seite 76
* Die Landstraße zur Zeit des Wiener Kongresses Seite 84
* Die Landstraße im 19. Jahrhundert S..87
* Das Industriezeitalter auf der LandstraßeSeite.97
* Juden und die Landstraße

und weitere 70 Berichte

Das Büchlein zu erwerben, gehen Sie zu

http://shop.genaustria.at/Buch/Regionen/Museen/Kulturgeschichte-des-3-Bezirks-Wien-Landstrasse::384.html


 

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1. FRÜHGESCHICHTE

Die einzige Information über die Besiedlung unseres Bezirks in der Urzeit, aus der es keine schriftliche Überlieferung gibt, kann man den archäologischen Funden entnehmen.

Als Siedlungsgebiete wurden in dieser Zeit Örtlichkeiten gewählt, die sowohl für die damaligen Lebensbedingungen günstig, als auch leicht zu verteidigen waren.

Die Tatsache, dass an verschiedenen Stellen Funde aus verschieden weit auseinander liegenden Epochen gemacht wurden, beweist die kontinuierlicheNutzung solcher Örtlichkeiten trotz eventueller zeitweiser Zerstörung infolge feindlicher Handlungen.

Im Wiener Raum konnten die meisten vorgeschichtlichen Auffindungen von der ausgehenden Steinzeit bis zum Beginn der römischen Landnahme auf dem Leopoldsberg, einem Ort, der beiden oben angeführten Forderungen entsprach, gemacht werden.

An diesen ältesten Ansiedlungsmittelpunkt reihten sich gegen Südosten
weitere Siedlungsstätten.

In unserem Bezirk wurde als ältester Fund 2005 während des Umbaues des ehemaligen Gebäudes der Staatsdruckerei zu einem Fünfsternehotel eine jungsteinzeitliche Siedlungsgrube (vor 2.000 v. Chr.) aufgedeckt; alle frühen sonstigen Ausgrabungen stammen aus der mittleren und späten Bronzezeit (in Mitteleuropa ungefähr 1300-800 v. Chr.).
Sie zeigen, dass bereits damalsin unserem Gebiet Menschen gelebt haben, hier starben und bestattet wurden, geben aber keinen Aufschluss über deren Volkszugehörigkeit.

Zwei Zufallsfunde aus dieser Zeit – mehrere Urnen samt Rinder- und Pferdeknochen sowie
einer Hirschgeweihstange wurden 1907 in fünf Meter Tiefe beim Bau der ehemaligen
Neolithische Wohngrube (Fundort Rennweg 16) Staatsdruckerei am
Bronzezeitliches Hockergrab (Fundort Aspanggründe) Rennweg gefunden und eine Bronzenadel im Bereich Prinz-Eugen-Straße 1 geborgen – veranschaulichen das oben Gesagte.

Nach dem Mitte des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Hallstatt gefundenen Gräberfeld mit aus Eisen
gefertigten Funden trägt die nun folgende Kulturpoche den Namen Hallstattzeit oder ältere Eisenzeit (800-400 v. Chr.), in der der Wiener Raum von einem kulturell hochstehenden Stamm – von
einigen Historikern wurde die Vermutung geäußert, es handle sich dabei um Illyrer – besiedelt war. Die bisher bekannten Funde weisen auf einen östlichen Einfluss hin. Auf unser
Gebiet gibt es einen Hinweis in der „Chronik von den 95 Herrschaften" aus der Zeit Rudolf des Stifters (1339-1365), in der ein hallstattzeitlicher Grabhügel nahe dem St. Marxer Friedhof erwähnt ist: „in dem pühel bey Urnen, Knochen und Geweihstangen (Fundort Rennweg 16)

Sand Lazar (= St. Marx) auf dem velde" wäre ein „heidnischer" Königsamt seiner Frau begraben worden. Die Örtlichkeit wurde als Leberberg bezeichnet, und noch heute kennen wir die Leberstraße (ahd. Hlewes = Hügel, der über dem Grab eines Stammesfürsten errichtet wurde).

Um 450 v. Chr. kamen Angehörige keltischer Stämme, die Träger der jüngeren Eisenzeit waren, in den Wiener Raum und vermischten sich bald mit der ansässigen Bevölkerung, wodurch hier eine völlige Keltisierung erfolgte.
Dadurch hielt hier die sogenannte La-Tene-Kultur ihren Einzug.

Römische Schriftsteller schildern die weißhäutigen und blonden Kelten als stammverwandt in Bezug auf Kultur und Sitte mit den Germanen.

Es ist bekannt, dass die Römer ihre Siedlungen mit Vorliebe an Stellen errichteten, wo bereits zuvor die einheimische Bevölkerung ihre Wohnstätten hatte. Deshalb kann mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass im Bereich der Aspanggründe, wo sich ab dem Beginn des 1. nachchristlichen Jahrhunderts eine römische Zivilstadt befand, Kelten gesiedelt hatten.

Dieser Schluss wird noch zusätzlich durch die vielen keltischen Wohn- und Grabfunde entlang dem Rennweg, in der Stanislausgasse und Steingasse bis hinunter zur Krankenanstalt Rudolfstiftung
und zur Barmherzigengasse sowie den 1880 am Beginn der Simmeringer Hauptstraße geborgenen
reichen keltischen Münzfund, der 287 silberne Königsmünzen umfasste, untermauert.
Diese für die damalige Zeit große keltische Ansiedlung war mit Sicherheit durch Wege mit anderen
keltischen Wohnstätten verbunden.
Und so liegt die Vermutung nahe, dass die während der Römerzeit errichtete Verbindungsstraße (= heute Rennweg) zwischen dem Standlager im Bereich des heutigen 1. Bezirks und der
Zivilstadt einem ursprünglich keltischen Pfad folgte.

Der Wohnraum der in unserem Bereich lebenden Kelten wurde schließlich 15 v. Chr., ohne dass diese ernstlichen Widerstand geleistet hätten, dem Krug (Fundort Aspangstraße) römischen Weltreich einverleibt.
Einige Zeit bestand noch das keltische Königreich Norikum, das aber 40 n.Chr. zur römischen Provinz wurde, und im dritten nachchristlichen Jahrhundert war das gesamte Land romanisiert.
Keltische Männer traten in das römische Heer ein, wodurch sie sich nach ihrer Entlassung aus dem Militärdienst das römische Bürgerrecht und eine Grundzuweisung sicherten.
Diese romanisierten Veteranen gründeten mit ortsansässigen „Barbaren"-Mädchen häufig einen Hausstand, und so ist es nicht verwunderlich, dass auf Grabsteinen von Eheleuten die Frau mit einem keltischen, der Mann aber mit einem römischen Namen bezeichnet wurde.

 Um alle Artikel zu diesem Bereich erwerben Sie doch das Büchlein von
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2. PRÄHISTORISCHE UND RÖMISCHE FUNDE

Grab

(Stand 2007)

Arenbergpark Arsenal
ehem. Aspangbahnhof bzw. Aspanggründe
Aspangstraße 19, 21, 25, 35-37, 51, 53, 67 und danach
Bahngasse, Obere 2, 10, 12
Bahngasse, Rechte u. Linke bis Neulinggasse
Barmherzigengasse 3, 17
Baumgasse 34, 53-55
Beatrixgasse 29
Belvedere, Oberes und Unteres
Boerhavegasse 8
Botanischer Garten
Dapontegasse 5
Engelsberggasse 5
Eslarngasse 20
Fasangasse 1 bis 7, 2 bis 6, 13-15, 17, 36

Gerlgasse 8, 12
Göschlgasse 12, 14
Hafengasse 2, 13
Hegergasse 13
Hohlweggasse 1 bis 19, 2 bis 6, 10, 12

Jacquingasse 18
Keilgasse 2 bis 6, 7, 9, 12
Kleistgasse 2, 12
Klimschgase 12 bis 18, 19, 21, 40

Landstraßer Gürtel 27
Landstraßer Hauptstraße 10, 13, 21, 39, 75-77, 137, 146-148, 169, 171, 173

Mechelgasse 1 bis 5
Metternichgasse 11
Oberzellergasse 14 bis 20
Prätoriusgasse
Prinz-Eugen-Straße 1
Rechte Bahngasse 50
 Reisnerstraße 59, 61

Rennweg 6, 11, 12A, 13, 14 bis 26, 21, 31 bis 33A, 34-36, 44, 49, 54, 58
bis 64, 63, 81, 87, 95, 96, 97, 102
Rennweg / Ungargasse
Rudolfstiftung (Garten)

Schlachthausgasse 52, 54
Schützengasse 1, 2, 12, 24
Siegelgasse
Stanislausgasse 1, 2, 4, 11
Steingasse 21 bis 27, 30, 33 bis 37, 36 bis 40
Strohgasse 1
Stubenbrücke

Schweizer Garten
Ungargasse 64
Viehmarktgasse
Zollamtsstraße, Vordere
 

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Franz Morawetz (1789-1868) erkannte eine Marktlücke und wurde ein reicher Mann

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (22).

Morawetz

Der Tuchscherer Franz Morawetz hatte auf seiner Wanderschaft die russischen Dampfbäder kennen gelernt und eröffnete 1838 in der Marxergasse ein solches Unternehmen, das er übrigens vom damals viel beschäftigten Peter Gerl - dieser stammte aus der Familie (Gerlgasse), die während drei Generationen bedeutende Baumeister hervorbrachte - erbauen ließ.
Als eine Hofdame der Erzherzogin Sophie hier ihren Katarrh heilen konnte, bat er um die Gunst, seinem Unternehmen den Namen der Erzherzogin geben zu dürfen. Morawetz gründete eine Aktiengesellschaft und ließ zwischen 1845 bis 1849 von den damals jungen Architekten Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg ein gedecktes Schwimmbad - Sophienbad - für 300 Personen erbauen (das dafür notwendige Wasser wurde durch eine Rohrleitung aus dem nahen Donaukanal bezogen und für das Baden vorgewärmt), das im Winter durch Abdeckung zu einem Ballsaal umgewandelt werden konnte, der durch den darunter befindlichen Hohlraum eine ausgezeichnete Akustik bot.
Zur Eröffnung des Ballsaales engagierte Morawetz das damals in ganz Wien beliebte Orchester von Johann Strauß (Vater). Nach dessen Tod trat im Sophiensaal immer wieder Johann Strauß (Sohn) auf, der hier mehr als einhundert seiner Tanzkompositionen erstaufführte. Die Aktiengesellschaft ließ nach dem Tod des Unternehmers Franz Morawetz das Gebäude einige Male erweitern bzw. umbauen; 1899 gestaltete der zu Ende des 19. Jahrhunderts viel beschäftigte Architekt Ernst Gotthilf-Miskolczy die Fassade gegen die Marxergasse völlig neu. An keinem der Nachfolgebauten der Wohnhäuser von Morawetz in unserem Bezirk gibt es eine Gedenktafel.

Bitte weiterlesen auf der Museums-Webseite

INFO: Der neue ausführliche Führer durch den St. Marxer Friedhof, der mit einem Orientierungsplan versehen ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Meeresstrand mit Boot

 BootamStrand_ThSch

 

Das Bild Meeresstrand mit Boot ist auch eines meiner Bilder, die ich immer gern in meiner Nähe habe, um zu träumen, von fernen Ländern, vom Meeresstrand, und die weite Welt als meine Heimat zu begreifen. Alle Möglichkeiten zu verwirklichen - einen Anlauf zu nehmen, sich in ein Boot zu setzen und die ungewisse, abenteuerliche Welt zu erkunden. Ich habe das große Glück, dass ich vieles in meinen Bildern zeigen darf, was in Wirklichkeit nicht möglich ist - davon träumen dürfen wir alle und zu jeder Zeit.

Einen wunderschönen Urlaub mit guten Erlebnissen wünscht Ihnen Allen Theresia Schaffer

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Franz Karl Ginzkey (1871-1963)

Der Erfinder des Hatschi Bratschi und des über die Tapete reisenden Florian.

Ginzkey

K. u. k. Offizier, Kartograph, Dichter und Schriftsteller: das alles war dieser Mann, den ich   noch heute verehre, obwohl er sich mit den Machthabern des Dritten Reiches arrangierte,  indem er 1942 Mitglied der NSDAP wurde. Aber, wer weiß, wodurch er vielleicht dazu gezwungen war. Schon als jungen Menschen zogen mich seine Verse eigentümlich an, und ich erinnere mich mit Freude an die Lektüre seiner Novellen wie zum Beispiel Magie des Schicksals. Er wohnte während einiger Jahre in einem Haus der Mohsgasse, wo es aber natürlich keine Gedenktafel gibt: Schließlich und endlich, wer erinnert sich heute schon noch an den Ginzkey? Seine Ballade Der schlafende Wagen, in der er den greisen, schlummernden Prinzen Eugen mitsamt seinen alten, schlafenden Dienern in seiner Kutsche vor dem Tor des Belvedere schildert, bringt mich immer wieder beim Lesen zum Schmunzeln.

Sieh, da naht sich leise, leise auf den Zehn das Volk im Kreise, sorgend, dass kein Lärm bestehle seines Lieblings Heldenschlaf. Stumm umstand das Volk der Wiener Prinz Eugen und seine Diener. Bis ein Schusterbube lachend auf zwei Fingern schrillend pfiff. Er bekam zwar eine Schelle, doch sie tönte also helle, dass der alte Held erwachend jäh nach seinem Degen griff. ............. Mit Gequietsche und Gerutsche schob sich schnell die alte Kutsche durchs Portal. Ein freundlich Winken, und der Prinz verschwunden war.

Ich kaufte meinen beiden Buben - Geburtsjahr 1965 und 1967 - Ginzkeys Kinderbücher und sehe es noch vor mir, wie der Jüngere mit vier Jahren, als sein älterer Bruder den Hatschi Bratschi und den Florian bereits selbst lesen konnte, beim Ansehen des Buches wichtig dreinschauend die Verse laut deklamierte und die Seiten an der richtigen Stelle umblätterte.

War das eine schöne Zeit! Karl Hauer

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Ein Erfolg unserer Wühlmäuse-Gruppe

Beatrixbad1

Seit einigen Jahren beschäftigt sich eine am Untergrund des dritten Bezirks interessierte Gruppe - Fotografen, Kunst- historiker, Journalisten und Helfer, die ich als Wühlmäuse bezeichne, mit der Erforschung von Kellern und dergleichen (s. Blogbeiträge Untergrund Landstraße und Der Untergrund des dritten Bezirks). Unter anderen Projekten waren sie bereits in den Kellern des ehe- maligen Brauhauses St. Marx im Erdberger Mais und an anderen Stellen tätig. Das spannendste Ergebnis ihrer Forschungsarbeit gelang ihnen an der Anschrift Linke Bahngasse 9 / Beatrixgasse 14B, wo sie das ehemalige Beatrixbad untersuchten. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert prangte eine Werbeaufschrift für das Bad an der damals bestehenden Brücke der Verbindungsbahn im Bereich der Ungargasse (s. unser Foto des Blamauer-Aquarells).

 

In der Tageszeitung Die Presse erschien am 23. Juli 2011 der Artikel

Brücke

Comeback des ältesten Wiener Bades, dem zu entnehmen ist, dass die derzeitigen Hausbesitzer nach der schwierigen Tätigkeit von Thomas Keplinger und seinen Forscherfreunden planen, dieses Kleinod bis zum Herbst 2012 zu reaktivieren. Eines der Fotos, die von der Gruppe während ihrer Arbeit gemacht wurde, zeigt den Zustand des lange Zeit vergessenen Bades.

Zum Schluss drei historische Anmerkungen: 1) Bis 1856 bestand an der Stelle des späteren Beatrixbades die so genannte Stuckbohrerei, in der die roh gegossenen Kanonenrohre gebohrt wurden; die dazu notwendigen Maschinen wurden mit Wasserkraft betrieben (s. unser Beitrag Landstraßer Wassernutzung am Wiener Neustädter Kanal, 1822). 2) Im Gebäude Linke Bahngasse 9 / Betraixgasse 14B, das 1888 vom Architekten Josef von Wieser - übrigens war er auch für die Planung der Elisabethkapelle in der Kleingasse verantwortlich - erbaut wurde, hatte die Süßwarenfabrik Heller ihre erste Erzeugungsstelle; sie betrieb ihre Maschinen mit dem Dampf des Bades. 3) Im Beatrixbad trainierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der jüdische Schwimmverein Hakkoah

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St. Marxer Friedhof

Ich habe recherchiert, dass in der Pfarre Maria Geburt am Rennweg alle Sterbebücher aus den Jahren 1784 bis 1874 aufliegen, was wahrscheinlich bedeutet, dass in diesen alle verstorbenen Personen, die im St. Marxer Friedhof beigesetzt wurden, namentlich mit Angabe der Todesursache genannt sind.

Das wäre "der Hammer", weil wir dann endlich wüssten, wer tatsächlich in diesem Friedhof beigesetzt wurde.

Ich werde Sie vom Fortgang unserer Ermittlungen jeweils informieren.

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Das Botschaftsviertel im 3. Bezirk

Diese Bezeichnung für die Straßenzüge zwischen Marokkanergasse und Reisnerstraße nördlich des Rennwegs hat sich während der letzten 130 Jahre bei uns eingebürgert. Der Besitzer dieser Areals Richard Fürst Metternich ließ seinen ehemaligen Garten, der bis zur Neulinggasse reichte, 1870 parzellieren. Nach und nach erwarben reiche Bauherrn aber auch ausländische Mächte die Baugründe. Der erste in der Reihe war der Großhändler Israel Simon, der an der heu- tigen Anschrift Jaursgasse 4 / Reisnerstraße 47 vom Architekten Alois Wurm ein respektables Stadtplais mit Garten erbauen ließ. Schon bald - 1873 - verkaufte er es an Herzog Adolf von Nassau, von dessen Erben das Kaiserreich Russland die Liegenschaft erwarb, um hier ihre Botschaft einzurichten.


                                Jauresgasse 8, ehem. Palais d. Englischen Botschaft

1873 erwarb das Königreich Großbritannien das Grundstück mit der heutigen Anschrift Jauresgasse 10 / Metternichgasse 6, wo von Victor Rumpelmayer das Gebäude der Königlich Britischen Botschaft errichtet wurde, das seit 1949 als Palais des jeweiligen Botschafters genutzt wird.

1877 kaufte das Deutsche Kaiserreich die Liegenschaft an den heutigen Adressen Jauresgasse 6-8 / Metternichgasse 3 / Reisnerstraße 44, wo ebenfalls Victor Rumpelmayer als Architekt tätig wurde.

In den folgenden Jahren entstanden weitere repräsentative Bauten wie

beispielsweise Palais Redlich (Jauresgasse 3), Palais Sigray St. Marsan (Jauresgasse 9 / Reisnerstraße 49), Palais Bratman (Metternichgasse 4), Palais Seybel (Reisnerstraße 50), die Palais Bourgoing (Metternichgasse 8 und 12) und schließlich die russisch orthodoxe Kathedrale (Jauresgasse 2).

Es lohnt sich, hier einen Spaziergang zu unternehmen.

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Bilder des Tages

heute aus unserer Internet-Bilderdatenbank.  Sie sehen hier 3 Beispiele des ehemaligen sog. Hetztheaters als Voransicht.

Brand des Hetztheaters1796Hetzgasse 02 Ehem Hetztheater Aquarellierter Stich

 

 

Hetzgasse 02 Hetztheater Detailszene Bild Unbekannt

Erbaut wurde es von Lefraine, existierte zwischen 1755 und 1796, und wurde durch einen Brand zerstört.

Sie finden viele andere Bilder zum Theater in der Photo Galerie unter "Wien 3 Kunstwerke".
Mit der Suche-Funktion (Lupensymbol) können Sie sich Ihre eigene Sammlung zusammenstellen. Einfach einen oder mehrere Begriffe eingeben und damit werden alle vorhandenen Galerien durchsucht.

Wir freuen uns über Ihren Besuch. Es sind bereits mehr als 8.500 Bilder aus unserem Bezirksarchiv veröffentlicht.

Mit dem Kauf eines Bildes (im integrierten Online-Shop) unterstützen Sie unser Museum bei der laufenden Arbeit. Hier der Link zum Album

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Katharina Waldmüller (1782-1850), die erfolgreiche Mezzosopranistin an der Wiener Hofoper

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (21).

Katharina Waldmueller Portrait

 

Den Grabstein der erfolgreichen Hofopernsängerin Katharina Waldmüller, geborene Weidner, schmückt eine Lyra als Berufssymbol.
Der im 19. Jahrhundert erfolgreiche Maler Josef Weidner, der ihr Porträt schuf, war ihr Bruder. Als sie 1814 in Agram sang, lernte sie den um elf Jahre jüngeren Ferdinand Georg Waldmüller kennen, der dort als Zeichenlehrer tätig war.
Das Paar heiratete und lebte nun abwechselnd in den Städten, wo Katharina engagiert war.
Während dieser Jahre arbeitete der junge Ehemann zeitweise als Kulissenmaler. Als Katharina 1817 ans Kärntnertortheater verpflichtet wurde, kehrten sie wieder nach Wien zurück.
Die Ehe der beiden wesensverschiedenen Künstler verlief derart unharmonisch, dass sie sich 1834 trennten. Die gefeierte Sängerin blieb bis 1846 am Kärntnertortheater engagiert. Ferdinand Georg Waldmüller tröstete sich bald mit der Modistin Anna Bayer, die er aber erst 1851 nach dem Tod seiner Ehefrau heiraten konnte.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, dem ein Orientierungsplan beigefügt ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

 

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Frohnleiten in der Steiermark


Frohnleiten_PA250064.jpg
Das Bild Frohnleiten ist entstanden, weil dieser Ort die romantische Seite dieser Landschaft richtig zur Geltung bringt - mit seinen alten Häusern und den 2 Brücken über der Mur - wenn man auf der Neueren Brücke steht (der Standort aus dem das Bild gezeichnet wurde) meint man in eine - in der Zeit stehen gebliebene, Stadt zu schauen - mit den vielen Farben die sich im Wasser spiegeln und der Ruhe des nahen Waldes.

Ich habe zuerst eine Skizze angefertigt - danach ein Aquarell gemalt und dann im Atelier diese Bild in Mischtechnik angefertigt. Ich hab mich langsam an das Bild "heran gearbeitet" - so male ich am Liebsten.

Das Bild Frohnleiten

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Zufallsfund - ein wenig Humor

Ein kleiner Beitrag aus dem aktuellen Museumsheft 2011 - 1

Es ist ja bekannt, dass Lachen gesund ist. Deshalb bringe ich Ihnen hier einen heiteren Unfallsbericht, der natürlich nichts mit den mühevollen Arbeiten in Wien-Mitte zu tun hat; gleichzeitig betone ich auch meine Hoffnung, dass während der lang andauernden Arbeiten keine nennenswerten Unfälle auf dieser riesigen Baustelle geschahen.
Hier nun der versprochene Unfallbericht:
Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an die SUVA (Schweizerische Unfall Versicherungs Anstalt) gerichtet gewesen und beschreibt die Folgen einer unüberlegten Handlung:
„In Beantwortung Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich Ihnen folgendes mitteilen:
Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich ‚ungeplantes Handeln‘ als Ursache angegeben. Sie baten mich dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte.
Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig war, hatte ich etwa 250 kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht die Treppe hinunter tragen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der Außenseite des Gebäudes hinunterzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief.
Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250 kg Ziegel langsam herunterzulassen.
Wenn Sie in Frage 11 des Unfallberichtformulars nachlesen, werden Sie feststellen, dass mein damaliges Körpergewicht etwa 75 kg betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füßen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergaß, das Seil loszulassen.
Ich glaube, ich muss hier nicht sagen, dass ich mit immer größerer Geschwindigkeit am Gebäude hinaufgezogen wurde. Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch und das gebrochene Schlüsselbein. Nur geringfügig abgebremst setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt mich an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fingergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest. Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Tonnenboden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25 kg.
Ich beziehe mich an dieser Stelle wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75 kg. Wie Sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In der Höhe. des dritten Stockwerks traf ich wieder auf die von unten kommende nunmehr leere Tonne. Daraus ergaben sich die beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Beinen und meinem Unterleib.
Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen, weshalb mir nur drei Wirbel brachen.
Ich bedauere es jedoch, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart verlor. Ich ließ das Seil los, womit die Tonne diesmal ungebremst herunterkam, mir drei Zähne ausschlug und das Nasenbein brach.
Ich bedauere den Zwischenfall sehr und hoffe, Ihnen mit meinen präzisen Angaben dienlich gewesen zu sein.
Für genaue Auskünfte bitte ich Sie, mich anzurufen, da es mir manchmal schwer fällt, mich schriftlich auszudrücken“.

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Anton Diabelli (1781-1858), Komponist und Musikverleger

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (16).

Anton DiabelliDer erfolgreiche Musikverleger Anton Diabelli entstammte einer Salzburger Musikerfamilie und erhielt schon während seiner Kindheit Gesang-, Klavier- und Orgelunterricht durch seinen Vater. Im Alter von sieben Jahren wurde er Sängerknabe im Kloster Michaelbeuern, wo er eine gediegene Musikausbildung genoss, die er ab 1790 auf Empfehlung seines Förderers Michael Haydn, der seine kompositorische Begabung erkannt hatte, im Salzburger Benediktinergymnasium fortsetzte.
Seine Eltern wünschten, dass er Priester werde, weshalb er 1800 in ein Zisterzienserkloster eintrat, aber trotzdem weiterhin komponierte. Als das Kloster 1803 säkularisiert wurde, gab er seinen Vorsatz Priester zu werden, auf und ging nach Wien zu Joseph Haydn, den Bruder seines Förderers. Hier gab er Klavier- und Gitarreunterricht.
Er wurde wegen seiner Kompositionen von Joseph Haydn geschätzt und befreundete sich mit Ludwig van Beethoven, der 33 Variationen über einen von Diabelli komponierten Walzer - op. 120 - schuf. ---Hörbeispiel--- Diabelli komponierte während dieser Zeit zahlreiche Musikstücke für Gitarre.
1818 trat Anton Diabelli in den Musikverlag von Peter Cappi ein, den er schließlich 1824 übernahm. In den folgenden drei Jahrzehnten betreute er alle bedeutenden Wiener Komponisten - von Haydn, Beethoven, Cherubini und Mozart über die "Sträuße" und Lanner bis Schubert - wodurch er in Wien zur Institution wurde.
Die Liste seiner mehr als 200 Kompositionen umfasst neben der Gitarre- auch Klavier-, Orchester und Kammermusik sowie Operetten, Singspiele, Kantaten und Messen. Noch heute werden seine Pastoralmesse - op. 147 - und Landmesse - op. 107 - aufgeführt. Seine letzte Wohnung hatte er im Haus Am Heumarkt 9. Leider gibt es hier keine Gedenktafel.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Heinz Sandauer (1911-1979), Komponist und Kapellmeister

Heinz SandauerSein Name wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren jeden Tag im Radio bei Musiksendungen genannt: Am Klavier Heinz Sandauer, Komponist Heinz Sandauer oder Orchester unter der Leitung von Heinz Sandauer. Nach seinem Musikstudium in Wien begann er als Arrangeur für die großen Operettenkomponisten Franz Lehár, Emmerich Kalmán und Robert Stolz.
Zur selben Zeit arbeitete er für die RAVAG - heute Österreichischer Rundfunk - und wurde bald darauf Dirigent des Wiener Rundfunkorchesters. Die von ihm geschaffene Unterhaltungsmusik ging ins Ohr; er komponierte die Musik für rund 30 Filme - darunter "Feldherrnhügel", "Ernte", "Der eingebildete Kranke", "Schäm Dich, Brigitte", "Reisebekanntschaft", "Anton, der Letzte" und viele andere Streifen, an die sich heute niemand mehr erinnert - aber auch Wienerlieder und Schlager (Texter war häufig Erich Meder) - ich nenne einen davon, den heute auch niemand mehr kennt "So ein Regenwurm hat's gut".

Ich erinnere mich aber noch gut daran, dass man dieses harmlose Liedchen vor dem März des Schicksalsjahres 1938 tagtäglich trällern oder summen gehört hat, quasi als Eigentherapie gegen das damals so gar nicht leichte Leben - um es vorwegzunehmen, damals war das Leben wegen der herrschenden Arbeitslosigkeit schwierig, nach dem März 1938 wurde es wegen der politischen Situation unerträglich: Da muss ich resümieren Lieber schwierig als unerträglich! Im Juni 1950 lernte ich Sandauer über Empfehlung unseres Familienfreundes Fredl Herzer kennen, weil der "große" Orchesterleiter wegen plötzlicher Erkrankung seines Schlagzeugers einen Ersatz für seine Sommertournee suchte. Ich spielte ihm vor, und beim Abschied an der Wohnungstüre fragte er: "Sie haben ja einen Smoking?" Natürlich hatte ich den nicht, und so wurde aus meinem Engagement bei Heinz Sandauer eben nichts. Schade?

Am Wohnhaus Mohsgasse 4 gibt es keine Gedenktafel für Heinz Sandauer.

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Hans Georg Kornhäusel (1782-1860), der viel beschäftigte Architekt im Zeitalter des Klassizismus

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (18).

 

kornhaeusel portraitIn Baden bei Wien findet der Besucher immer wieder wunderschöne Einfamilienhäuser, die Joseph Georg Kornhäusel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute.
Dieser kurze Beitrag reicht nicht, um die Liste der von ihm errichteten Bauwerke aufzuzählen.
Sie umfasst Wohnhäuser, von denen leider einige dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen, aber auch Repräsentationsbauten wie beispielsweise den Husarentempel bei Mödling, das Rathaus in Baden, das Theater in der Josefstadt, die Synagoge in der Wiener Innenstadt, die Innenausstattung der Albertina, den Umbau des Schottenstiftes und den Ausbau des Stiftes Klosterneuburg um nur einge zu nennen.

Übrigens wohnte er nach seiner ersten Heirat im ehemaligen Eckhaus Landstraßer Hauptstraße/Rasumofskygasse, wo es aber keine Gedentafel gibt.

 

 

kornhaeuselturm heute

Sein wohl bekanntestes Werk ist der Turm in der Wiener Innenstadt, der noch heute seinen Namen trägt.

Kornhäusel wurde im St. Marxer Friedhof beigesetzt; obwohl seine sterblichen Überreste 1934 in ein Ehrengrab im Zentralfriedhof überführt wurden, ist der für ihn ursprünglich gesetzte Grabstein erhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Museumsseite

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigefügten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Winterzauber im Wald

Wenn die Erde mit Schnee bedeckt und die Nebel sich darüberlegen, wird die Welt klein und alle Menschen, die bereits viele Winter durch- und erlebt haben, wissen, es ist die Zeit, wo wir unser Tagwerk ein wenig später beginnen  und früher beenden dürfen. Es ist die sogenannte stille Zeit  -  die es eigentlich nicht mehr gibt  -  denn gerade diese Zeit wurde zur lauten  und hektischen Zeit.

WinterzauberPA260224

Mein Bild "Winterzauber im Wald" soll die Sehnsucht nach Stille und Ruhe in Erinnerung rufen und einen Weg weisen, wenigstens in  Gedanken durch einen Winterwald zu wandern  um  die stille, heilige  Zeit zu erahnen.

Ihre Theresia Schaffer

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Meine Peter Mahler Galerie

Vielleicht gelingt es mir als "Brand New"-Blogger, einige Bilder von mir online zu stellen. Ich freue mich über die Nachfrage sehr und möchte ihr auch nachkommen.

 

 

Zuerst möchte ich ein paar neue Arbeiten zur Verfügung stellen, wie das nebenstehende

Porträt Sigmund Freuds;

später werde ich ältere Werke zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

imaginäres Dreieck Mahlers Impossible Triangle

 

Gustav M. Gustav Mahler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Falsche Sonne

 

Mahlers Mona Lisa

                                                                       Meine Mona Lisa

Ich bin durch viele Stilrichtungen gegangen, arbeite gerne mit verschiedenen Materialen und richte mich NICHT nach dem Kunstmarkt. Irgendwie, mag ich es nicht mehr. Er ist zu eng und viel zu gefangen in der Wirtschaft und Politik. Der Künstler lebt vom Verkauf seiner Werke. Am Anfang mit viel Kampf und Zittern. Der Weg ist uneben, voller Unsicherheit. Wenn er aber einmal Familie hat, kann er nicht mehr einfach von der Hand in den Mund leben, weil er Kinder zu versorgen hat.

Aber die öffentlichen Auftrage werden immer an die gleichen gegeben. Die Jüngeren, Unbekannten gehen MEIST LEER aus, ausgerechnet diejenigen, die Unterstützung und Anerkennung BRAUCHEN. Dem Markt, dem Galeriewesen und der Kulturpolitik FEHLEN das menschliche Herz. Ja, hier VERSAGEN ALLE.

Ich sehe das auch hier in Klagenfurt. Hier bekommen immer dieselben Künstler Aufträge, ja, es wird auch nur diese eine Gruppe eingeladen, an Wettbewerben TEILZUNEHMEN! Das alles habe ich gesehen und hier im schönen Klagenfurt erlebt. Ich finde, dass das UNGERECHT ist.

Sorry, Freunde, dass ich mich so aufrege. Aber ich HASSE so etwas. Ich sollte an eine Zeitung schreiben und mich beschweren. Vielleicht wäre das für die Gesellschaft hier gut. Sonst liebe ich das Land Klagenfurt sehr, und ich genieße das Leben hier. Besser hätte es mich nicht erwischen können. Das Schicksal brachte mich hierher, wo ich meinen Lebensabend verbringen möchte, zwischen Kärnten und 1030 Wien.

Der Wiener Bezirk Landstraße ist meine zweite Heimat. Da verbrachte ich die Hälfte meines Lebens und kehre auch immer wieder dorthin zurück. Mal sehen .... Ich wohnte in der Unteren Weißgerberstraße, in der Boerhavegasse, Juchgasse, Schützengasse und Landstraßer Hauptstraße. Nicht schlecht, was? Kein Wunder, dass ich immer wieder zurückkomme ... das Leben ist wunderbar in Wien-Landstrasse, dort gibt es eine MENGE tolle, freundliche Leute.

 

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Keramik: Hund und Katz "Ein Liebespaar"

Das Paar Hund und Katze ist eine meiner Keramiken, die ich für ein besonderes Geburtstagsgeschenk in Auftrag hatte - ich finde, man kann mit ein wenig Humor den Ton formen, verformen - viel ausdrücken und die Leute zum Schmunzeln bringen.

 

keramik_thsch_katzenliebe

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt - die Dinge dürfen ruhig abstrakt und verfremdet sein - es sollte auch für Sie lustig sein und Freude bereiten, ab und zu in meinen Blog zu schauen - das ist auch zu meiner Freude.

Vielen Dank und herzliche Grüße

Theresia Schaffer

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Wanderweg im Waldviertel

Nach dem Städtebild vor einigen Tagen nun wieder ein Landschaftsbild von einem Wanderweg im Waldviertel. Unser Land hat soviel schöne Orte und versteckte, verträumte Winkel zu bieten, und diese zu finden ist für mich immer wieder eine Freude. Wenn ich durch unsere Bundesländer fahre und gehe kann ich sehr schöne Bildmotive finden.

Wanderweg
Ich bin immer wieder überrascht, weil es Anblicke gibt, die ursprünglich, naturbelassen und sehr beruhigende Orte sind. Man meint - hier war es vielleicht vor hundert Jahren genauso - hier möchte ich verweilen und ausruhen. Ich hoffe, ich kann auch Ihre Sehnsucht nach Natur und Urlaub in unserem Land wecken und wünsche Ihnen eine gute Zeit.

Theresia Schaffer

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Meine Bilder hier im Blog

 

Gastbeitrag von Heinz R. Berger Geboren 1943 in Wien, erlernter Beruf Keramiker.

Berger MEIN SONNTAG, Mischtechnik-Collage

Seit 1972 Ausstellungen von Bildern (Mischtechniken) und Plastiken (Keramik, Holz, Terrakotta). Ankäufe vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst, der Österreichischen Nationalbank und Sammlern aus dem In-und Ausland.Graphische Illustrationen einiger Bücher.

berger heinz venus ohne kopfschmuck schwarz weiss

 

Meine Arbeiten reflektieren Erlebtes und im Unterbewusstsein Empfundenes. Die in der Natur vorkommende Vielfalt an Formen und Strukturen, Unausgelotetes und Reales finden sich in meinen Plastiken und Bildern, und werden auf mehreren Ebenen zu einer Einheit verflochten.

In den Mittelpunkt aber stelle ich den in seinem Umfeld lebenden Menschen, behaftet mit Vergangenem und Gegenwärtigem, der aber auch zur Maske greift, um seine Hoffnungen und Träume zu verwirklichen.

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Ida Pfeiffer (1797-1858), die mutige Weltreisende und Autorin

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (6)

 

Ida PfeifferIn diesem Beitrag stelle ich die weitgehend unbekannte erste Weltreisende Ida Pfeiffer vor. Sie wurde 1797 in Wien geboren und starb 1858.
Zuletzt lebte sie in der Münzgasse. Nach einer problematischen Kindheit und Jugend schloss sie 1820 eine Vernunftehe mit einem um 24 Jahre älteren Witwer, mit dem sie zwei Söhne hatte. Als ihre Mutter 1837 starb, befreite sie die Erbschaft aus der drückendsten Not.
Nachdem die Ausbildung der beiden Söhne abgeschlossen war, trat Ida Pfeiffer 1842 ihre erste Reise an, die sie nach Palästina und Ägypten führte. Nach ihrer Rückkehr beschrieb sie ihre Erlebnisse in Buch "Reise einer Wienerin in das Heilige Land" und erntete damit einen großen Erfolg.

Nun konnte sie 1845 ihre zweite Reise finanzieren, die sie nach Island, Norwegen und Schweden führte. Schon 1846 erschien ihr Buch "Die Reise nach dem skandinavischen Norden", womit sie ihre erste Weltreise 1846 bis 1848, die sie nach Südamerika, Indien und in den Vorderen Orient unternahm, bestreiten konnte. Wieder in Wien verfasste sie das dreibändige Buch "Eine Frauenfahrt um die Welt", das ebenso wie ihre früheren Veröffentlichungen Anklang fand.

Ida Pfeiffer sitzend1851 bis 1855 folgte die zweite Weltreise nach Südafrika, Indonesien und Amerika. Nun folgte ihr nächstes vierbändiges Buch "Meine zweite Weltreise". 1856 wollte sie nach Australien reisen, landete aber schließlich von Mauritius aus in Madagaskar, wo sie der Spionage bezichtigt und ausgewiesen wurde.
Todkrank kam sie im September 1858 wieder nach Wien. Ihr Sohn Oscar veröffentlichte posthum das zweibändige Werk "Die Reise nach Madagaskar".
Ida Pfeiffer wurde im St. Marxer Friedhof beigesetzt und später in ein Ehrengrab im Wiener Zentralfriedhof umgebettet.
Die Werke dieser ungewöhnlichen Frau können in sieben Neuauflagen mit veränderten Titeln erworben werden.
Als Kenner dieser Bücher - wir haben in unserer Museumsbibliothek alle ihre Werke - versichere ich Ihnen, dass sie auch noch heute lesenswert sind.
Ida Pfeiffer wohnte zuletzt im Haus Münzgasse 1. Leider gibt es hier keine Gedenktafel für diese großartige Frau.

INFO : Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor.
Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben

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Franz Xaver Niemeczek (1766-1849), ein Freund Mozarts und dessen erster Biograph

Interessante Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (26).

Als Wolfgang Amadeus Mozart 1787 nach Prag reiste, um dort seinen "Don Juan" zu dirigieren, lernte er den jungen Franz Xaver Niemeczek, einen seiner Verehrer, kennen. Diese Bekanntschaft entwickelte sich zu einer derart engen Freundschaft, dass Mozart seinen letzten im Juli 1791 geborenen Sohn auf die Namen Franz Xaver Wolfgang taufen ließ. In einem seiner Briefe bat er Niemeczek, dass sich dieser im Falle seines Todes um seine beiden Söhne Franz Xaver Wolfgang und den älteren Carl Thomas kümmern möge. Als Mozart starb, lebte Niemeczek in Prag als Gymnasialprofessor. Die Witwe Constanze erfüllte Wolfgangs Wunsch und übergab den damals siebenjährigen Carl der Obhut Niemeczeks. Dieser überwachte nicht nur das Heranwachsen des Kindes, sondern erteilte diesem auch Klavierunterricht bis 1797, als Carl Thomas nach Livorno ging, um in einem Handelshaus eine Lehre anzutreten. Während der folgenden Jahrzehnte blieben die beiden in regem brieflichen Kontakt. Auch die Verbindung mit Mozarts Witwe blieb über die Jahre bestehen. Er war einer derjenigen Freunde, die ihr rieten Franz Xaver eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Niemeczek wurde schließlich Universitätsprofessor und veröffentlichte einige Arbeiten, in denen er sich mit Mozarts Genie, Leben und Werk auseinandersetzte. In einer seiner Arbeiten setzte er sich mit Mozarts Fremdsprachenkenntnissen auseinander und schrieb unter anderem: Die lateinische Sprache erlernte er erst in späteren Jahren und zwar nur so weit, um das Verständnis des Kirchentextes zu haben, den er allenfalls in Musik zu setzen hatte. Niemeczek genießt in Tschechien noch heute große Verehrung als Kapazität in allen Belangen, die Mozart betreffen. Davon konnte ich mich anlässlich eines Besuches einer Prager Historikerin überzeugen. INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, der auch einen großen Orientierungsplan enthällt, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Ohne Waffen: Widerstandskämpfer gegen die Nazidiktatur

WiderstandskämpferinIch schreibe diesen Beitrag, nachdem ich vor einigen Tagen in einem Gespräch darüber belehrt wurde, dass die Österreicher keinen Widerstand gegen den Nazi- Faschismus geleistet hätten. Weil ich es besser weiß (im 3. Bezirk gab es immerhin 92 von mir recherchierte Widerstandskämpfer, von denen 15 für ihre Überzeugung starben), schreibe ich diesen Blogbeitrag. Nicht nur, dass es an der Fassade der Stephanskirche links vom Heidentor das in den Stein geritzte Signum O5 - das steht für OESTERREICH, O und E (der 5. Buchstabe des Alphabets) - zu sehen gibt - für Nichtinformierte zur Auf- klärung: Das war das Geheimzeichen einer überparteilichen Widerstands- gruppe, das für Österreich stand - gab es Gruppierungen quer durch alle politischen Überzeugungen: Von Katholiken (z. B. Schwester Restituta) über Christlichsoziale (z.B. Leopold Figl) bis Sozialdemokraten (z. B. Robert Danneberg) und Kommunisten (z. B. die Erdbergerin Grete Jost).

Die 1916 geborene Grete Jost war während ihrer jungen Jahre Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisation. Von der Haltung ihrer Partei im Jahr 1934 enttäuscht, wandte sie sich dem kommunistischen Widerstand gegen den Ständestaat zu. Auch nach dem "Anschluss" unterstützte sie die kommunistischen Gruppierungen, indem sie beispielsweise Flugblätter, die sich mit der Aufforderung zum Widerstand an Wehrmachtsangehörige richteten, verteilte. Außerdem versorgte sie viele Menschen mit aufklärender Literatur über die wahren Hintergründe der Naziherrschaft. Am 9. Februar 1941 wurde sie verhaftet, am 23. September 1942 wurde ihr der Prozess gemacht, und am 15. Jänner 1943 wurde sie geköpft. An der Fassade ihres Wohnhauses in der Baumgasse - Rabenhof - gibt es für diese tapfere junge Frau eine Gedenktafel.

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Josef Strauss

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (4)

 

josef straussAn der Stelle wo Josef Strauss und seine Mutter Anna beigesetzt waren, befindet sich eine dieser Gedenktafeln, die auf die seinerzeitige Exhumierung und Überführung auf einen anderen Friedhof verweist. Johann Strauss (Vater) wollte nicht, dass seine Söhne wie er Musiker würden, weshalb er verlangte, dass Johann jun. und Josef studieren.
Johann brach seine Ausbildung ab, aber der folgsame Sohn Josef absolvierte das Polytechnikum - heute entspricht das der Technischen Universität - arbeitete als Bauleiter und erfand eine Straßenkehrmaschine, deren Modell im Wiener Technischen Museum aufbewahrt wird.
Als sein älterer Bruder Johann 1852 völlig erschöpft von einer Konzertreise nach Wien heimkehrte, ließ sich Josef dazu überreden, als Kapellmeister einzuspringen.
Er begann auch zu komponieren - Delirienwalzer, Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust, Spärenklänge, Dorfschwalben aus Österreich usw. - und beide Brüder gewöhnten sich daran, dass Josef immer dann Johanns Orchester leitete, wenn dieser verhindert oder auf Tournee war.
Auf einer Konzertreise nach Warschau brach Josef Strauss bewusstlos zusammen und starb bald, nachdem man ihn nach Wien zurückgebracht hatte.
Seine Mutter Anna war im Februar 1870 gestorben, Josef starb im Juli desselben Jahres; Mutter und Sohn hatte eine innige Liebe verbunden, weshalb beide in einem Grab beigesetzt wurden.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Anton von Kenner, ein Landstrasser Maler

Ab Freitag, 6. Mai 2011 zeigten wir unter anderem die von Michael Martischnig, dem Besitzer des Kunst- und Kulturverlags, gestaltete Jubiläums- und Gedenkausstellung zur Person des Landstraßer Malers Anton von Kenner (1871-1951), der im Haus Kundmanngasse 26 daheim war.
Der Künstler war übrigens der Neffe des Direktors der ehemaligen Münz-, Medaillen- und Antikensammlung im Unteren Belvedere Friedrich von Kenner (1834-1922). Anton von Kenner war ein vielseitiger Künstler; er schuf Porträts und Landschaftsbilder, beschäftigte sich aber auch mit der Emailkunst und entwarf sowohl Möbel als auch Patisserien. Eine Besonderheit Kenners war seine Vorliebe für das Märchenhafte und Skurille, der man beim Betrachten seiner Rätselbilder begegnet.

Sprichwoerter

Viele seiner Arbeiten befinden sich im Brunner Heimathaus, Leopold-Gattringer-Straße 34, Brunn am Gebirge. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass sein einziges Kind, Hedwig von Kenner (1910-1993), Ordinaria für Archäologie an der Wiener Universität war.

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Franz Xaver Messerschmidt (1736-1783), der Bildhauer Maria Theresias

Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht (2).

 

Messerschmidt

Weil wir mit Paul Sorbait soeben in der Ungargasse waren, soll die Vorstellung des Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt, der einige Zeit der Besitzer des Vorgängerbaues des Hauses Ungargasse 5 war, folgen. Leider gibt es an dieser Stelle keine Gedenktafel für den Künstler. Auch er war ein "Beutelandstraßer", der aus Bayern stammte. Nachdem er in München und in Graz die Bildhauerei studiert hatte, kam er 1755 nach Wien.

Maria Theresia schätzte ihn derart, dass sie von ihm Bronzestatuen anfertigen ließ, die sie und ihren Mann Franz Stephan von Lothringen in einer Apotheose während der Krönung zeigten. Schon davor hatte Messerschmidt Bronzereliefs von Joseph II. und dessen Ehefrau Isabella von Parma geschaffen.

Ab 1770 beschäftigte sich der Künstler mit der Herstellung von Büsten, die karikaturhafte Züge tragen. Während seines Aufenthalts in Preßburg, wo er schließlich auch starb, schuf er mehr als 50 derartige Arbeiten, an denen er alle Arten von physiognomischen Zuständen bis zu extremen Grimassen darstellte.

Das Wiener Belvedere besitzt sowohl die erwähnten Bronzekunstwerke als auch eine Reihe seiner Charakterköpfe. Auch an Messerschmidt erinnert keine Gedenktafel in unserem Bezirk; 1894 wurde im 18. Wiener Gemeindebezirk nach ihm eine Gasse benannt.

Lesen Sie bitte weiter auf der Homepage des Bezirksmuseums

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Österreichische und Sächsische Krieger, 1866

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (13)

 

Saechsische Krieger
Zu beiden Seiten des Mittelweges findet der Besucher am Beginn der Schachtgräberabteilung hinter Sträuchern versteckt zwei gleichartige lang gestreckte Steine: Links vom Weg findet an die Inschrift HIER RUHEN SÄCHSISCHE KRIEGER, 1866, auf dem gegenüber befindlichen Stein ist HIER RUHEN ÖSTERREICHISCHE KRIEGER, 1866 zu lesen. 1866 fand die Entscheidungsschlacht im Preußisch-Österreichischen Krieg, in dem das Königreich Sachsen mit Österreich verbündet war, bei Königgrätz statt.
Die verwundeten österreichischen und sächsischen Soldaten wurden zur Pflege nach Wien gebracht. Eines der Hilfslazarette befand sich im ehemaligen Reitschulgebäude des seinerzeitigen Equitationsinstitutes in der Ungargasse. Heute befindet sich an der Stelle dieses Institutes das Gebäude der HTL, und das Reitschulgebäude stand an der Stelle des heute gegenüber befindlichen Hotels.


Die auf Grund ihrer Verletzungen gestorbenen Soldaten wurden schließlich in diesen beiden Schachtgräbern beerdigt. INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beige- legten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor.
Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Das Hetztheater in der Weissgerber Vorstadt

Hetzgasse 1 ehem hetztheater programmzettelDer Name der Hetzgasse im 3. Bezirk erinnert an das ehemalige Hetztheater. Eine weitere Erinnerung daran ist die Wiener Redewendung Dös is a Hetz. Schon vor 1743 gab es in Wiener Vorstädten solche Einrichtungen.
1720 errichtete Galli-Bibiena und Corradini ein k.k. priv. Hetzamphitheater, das auch die Namen Hetzhaus führte, am heutigen Heumarkt. Nachdem dieses Etablissement 1743 geschlossen wurde, bewarb sich der Franzose Carl Defraine um das Privileg zur Veranstaltung von Tierhetzen, das ihm 1755 verliehen wurde. Er ließ am Glacis etwa an der Stelle, wo die heutige Hetzgasse bei der Hinteren Zollamtsstraße beginnt, eine schmucklose, kreisrunde, dreistöckige Arena aus Holz, wo sich die Besucherlogen befanden, mit einem gemauerten Erdgeschoß, wo die Tierzwinger untergebracht waren, und einem Portalvorbau errichten.
Aus zeitgenössischen Berichten erfährt man, dass die Anlage einen Fassungsraum für 3000 Besucher hatte. In der Mitte der dachlosen Arena stand ein hoher Steigbaum, auf den sich die Hetzmeister retten konnten, wenn ihnen die Tiere zu sehr an den Leib gingen (zit. Czeike "Historisches Lexikon Wien").
Die Vorstellungen fanden von März bis November an Sonn- und Feiertagen und dem Annentag - 26. Juli - statt und waren, wie berichtet wird, immer aus- verkauft. Vom Hetzmeister und Hetzknechten sowie von Hunden wurden Auer- ochsen, Bären, Hirsche, Luchse, Löwen, Stiere, Wildschweine, Wölfe und andere Wildtiere zum Gaudium der Zuschauer gehetzt.
Nachdem Defraine 1768 gestorben war, wurde das Etablissement zunächst von Giuseppe d'Afflisio geführt, schließlich aber von der Kaiserlichen Theatral-Direktion wegen der hohen zu erwartenden Einnahmen gekauft und verpachtet.
Die Einnahmen aus der Pacht wurden der Armenkassa zugeführt. Nachdem die Anlage am 1. September 1786 in Brand geriet, wobei fast alle Tiere zu Tode kamen, verbot Kaiser Franz II. sowohl weitere Tierhetzen als auch den Wiederaufbau der Anlage. Als 1847 das damals neue Hauptzollamtsgebäude errichtet wurde, verschwanden die Überreste des Theaters. Übrigens findet man in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek - MA 9 im Rathaus - die größte Sammlung von so genannten Hetzzetteln, wie im 18. Jahrhundert die Programme des Theaters genannt wurden; einige Exemplare besitzt die Österreichische Nationalbibliothek.
Unser Bild oben zeigt einen solchen Hetzzettel.

 

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Christoph Willibald Gluck (1714-1787), der Opernreformator wohnte in St. Marx

Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht (3).

Opernkomponist Chr. Willibald Gluck
Der große Opernreformator entstammte der kinderreichen Familie eines Försters, der 1717 aus der Pfalz nach Böhmen gekommen war.  Schon in seiner Kindheit erlernte er das Spielen mehrerer Instrumente. 1731 kam er nach Prag, wo er Logik und Mathematik zu studieren begann. Schon bald tauchte er in Mailand auf, wo er an ein Orchester engagiert wurde. Hier lernte er nicht nur das Wesen der Oper kennen, sondern hatte auch das Glück, vom damals bedeutenden Komponisten Giovanni Battista Sammartini Unterricht in Kompositionslehre zu erhalten, und 1741 wurde seine erste Oper Artaserse in Mailand uraufgeführt. Bis 1745 blieb er in Italien, wo er seine nächsten sieben Opern komponierte und aufführte.

Ab 1746 bereiste er komponierend Europa. Aufenthalte in London, Dresden und Kopemhagen sind bekannt. 1750 hielt er sich in Wien auf, wo er in der Kirche St. Ulrich die wohlhabende 18jährige Wiener Bürgerstochter Maria Anna Bergin heiratete, wodurch er finanziell unabhängig geworden war.

Ab 1752 ließ sich Gluck endgültig in Wien nieder, erhielt eine Anstellung als Kapellmeister und wurde von Papst Benedikt XIV. zum Ritter des goldenen Sporns erhoben. Bisher hatte er seine Opern in der Art der opera seria und der opera buffa komponiert. Ab den Sechzigerjahren kamen ihm Bedenken über den Inhalt und die Form der aufgeführten Opern, und er beschloss, in Zukunft komische Opern zu schaffen, in denen die menschlichen Gefühle der dargestellten Figuren im Vordergund stehen. 1764 brachte er nach einer zweijährigen Pause seine Reformoper La recontre imprévue dem Wiener Publikum mit großem Erfolg zu Gehör. 1774 erhielt er den Titel K. k. Hofcompositeur, der mit einem jährlichen Gehalt von 2.000 Gulden verbunden war.

Nach dem großen Erfolg mit seiner Oper Alceste kaufte er ein  Haus samt Garten an der heutigen Anschrift Rennweg 93. Als Gluck 1779 in Paris die Proben für seine neue Oper Écho et Narcisse überwachte, erlitt er einen Schlaganfall, dem zwei Jahre späterer ein weiterer folgte. Weil Lähmungserscheinungen auftraten, tauschte der Komponist sein St. Marxer Haus gegen eines in Perchtoldsdorf, von wo er 1784 auf die Wieden übersiedelte. Er lebte nun zurückgezogen, komponierte aber weiterhin.

Nach seinem Tod wurde er auf dem ehemaligen Matzleinsdorfer katholischen Friedhof, der  uns seit 1923 als Waldmüllerpark bekannt ist, beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden in ein Ehrengrab im Wiener Zentralfriedhof umgebettet.

Christoph Willibald Gluck gilt heute als erster international anerkannter Starkomponist - mehr als 50 Opern, außerdem mehrere Ballette und Instrumentalwerke - und alle bedeutenden Komponisten nach ihm sahen in seiner Musik und Theorie den Beginn der modernen Bühnenmusik.

An der Stelle, wo der Komponist sein Haus hatte, gibt es keine Gedenktafel für ihn. Lesen Sie doch bitte weiter auf unserer Museumshomepage

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