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Der "Pater Kindergeneral" vom Rennweg

Waisenhaus    

   Ehem. Waisenhaus

1741 kaufte Johann Michael Kienmayer Grundstücke im Gebiet des heutigen Wohnparks Rennweg und errichtete hier eine Spinnfabrik, in der zeitweise bis zu 350 Arbeiter tätig waren. Weil sich der Betrieb nicht rentierte, erbaute er auf Anraten des Domherrn Anton Marxer ein Haus für 20 weibliche Findelkinder, die nun für ihn - ihr Lohn bestand aus einem Dach über dem Kopf und der notwendigsten Verpflegung - arbeiten mussten. Erzherzogin Maria Theresia kaufte 1745 die Anlage und richtete hier nach Eingliederung von Buben ein Waisenhaus ein, dessen Direktor der Jesuit Ignaz Parhamer, der Beichtvater ihres Gatten Franz Stephan, wurde. Sowohl Parhamers strenge Zucht, als auch seine Neigung, die Buben vormilitärisch zu schulen, trug ihm den abschätzigen Spitznamen ein. Die Anlage wurde mehrmals bis zur endgültigen Größe in mehreren Bauabschnitten bis 1760 erweitert. Die ursprüngliche Kapelle wurde durch die 1768 geweihte "Waisenhauskirche"   (Pfarrkirche Maria Geburt) - Erstaufführung der "Waisenhausmesse" KV 139 des damals 12jährigen W. A. Mozart - ersetzt.
Als durch die Vereinigung der Wiener Spitäler - auch das Spital zu St. Marx (= St. Marxer Bürgerspital) - im Allgemeinen Krankenhaus ansehnliche alte Gebäude frei geworden waren  wie beispielsweise das Spanische Spital (heute 9, Boltzmanngasse 9 und 9A), verfügte Joseph II. 1786 - Ignaz Parhamer starb im selben Jahr und wurde auf dem St. Marxer Friedhof beerdigt - die Überstellung der Waisenkinder aus dem Rennweger Waisenhaus in das Spanische Spital, das von nun an die Bezeichnung "K. k. Waisenhaus auf dem Alsergrund" trug. Der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass ins nun frei gewordene St. Marxer Bürgerspitel 1785 die armen und gebrechlichen Bürger aus dem bisherigen Bürgerspital am Schweinemarkt nach St. Marx transferiert wurden. Diese Anstalt trug nun bis 1861 den Namen Versorgungshaus St. Marx.

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