Login

Die User Blogs

Viel Spaß bei unseren Blogs - auch Sie sind herzlich eingeladen, hier Ihre Beiträge zu schreiben.

Katharina Waldmüller (1782-1850), die erfolgreiche Mezzosopranistin an der Wiener Hofoper

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (21).

Katharina Waldmueller Portrait

 

Den Grabstein der erfolgreichen Hofopernsängerin Katharina Waldmüller, geborene Weidner, schmückt eine Lyra als Berufssymbol.
Der im 19. Jahrhundert erfolgreiche Maler Josef Weidner, der ihr Porträt schuf, war ihr Bruder. Als sie 1814 in Agram sang, lernte sie den um elf Jahre jüngeren Ferdinand Georg Waldmüller kennen, der dort als Zeichenlehrer tätig war.
Das Paar heiratete und lebte nun abwechselnd in den Städten, wo Katharina engagiert war.
Während dieser Jahre arbeitete der junge Ehemann zeitweise als Kulissenmaler. Als Katharina 1817 ans Kärntnertortheater verpflichtet wurde, kehrten sie wieder nach Wien zurück.
Die Ehe der beiden wesensverschiedenen Künstler verlief derart unharmonisch, dass sie sich 1834 trennten. Die gefeierte Sängerin blieb bis 1846 am Kärntnertortheater engagiert. Ferdinand Georg Waldmüller tröstete sich bald mit der Modistin Anna Bayer, die er aber erst 1851 nach dem Tod seiner Ehefrau heiraten konnte.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, dem ein Orientierungsplan beigefügt ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

 

Markiert in:
Weiterlesen

Frühstückseier

Meine Tante (Frau Schneeweiss) eine Opernsängerin erzählte mir diese kleine Episode als ich noch 13 Jahre alt war.
Bei einer Wagner-Oper saß sie zusammen mit Leo Slezak in der "Liebeslaube" auf der Bühne und warteten beide umschlungen auf ihren Auftritt.
Sie flüsterten sich alltägliches zu während der Wartezeit, in dem Fall über ihre Lieblingsspeisen. Leo Slezak fragte sie flüsternd "Frau Kammersänger wie mögen Sie Ihre Frühstückseier?" ca 5 Sekunden vor Ihrem Schritt aus der Laube. Ihr Bühnentext war dann: "Weiche Wodan, weiche". In diesem wichtigen Part des Stückes mit entsprechendem Pathos und Empörung stand sie nun mitten auf der Bühne und musste in grelles Lachen ausbrechen. Was bei Publikum, Ensemble und Presse zur maßlosen Verwirrung sorgte. (Sie liebte Harte Eier zum Frühstück.) Ich erzähle dies, wie allzu menschlich un- oder absichtlich diese Stilblüten fallen können, und noch keinem Weh taten.

Markiert in:
Weiterlesen

ANTON DERMOTA (1910-1989), der unvergessliche lyrische Tenor

Landstraßer / innen, über die man auch heute noch (manchmal) spricht.

Der Tenor
Der gebürtige Slowene debutierte 1934 im siebenbürgischen Cluj (Klausenburg). 1936 holte ihn der Dirigent Otto Walter an die Wiener Staatsoper, der er mit Ausnahme von Gastspielen in England (London), Frankreich (Paris), Italien (Rom und Neapel), Argentinien (Buenos Aires), Konzertreisen durch Australien, die Tschechoslowakei und Ungarn sowie Auftritten bei den Salzburger Festspielen sein ganzes Leben lang treu blieb.

Er war über Jahrzehnte in Wien einer der beliebtesten Darsteller des Florestan in Beethoven Fidelio und der Inbegriff des lyrischen Tenors in Mozartopern an der Seite von Irmgard Seefried, Elisabeth Schwarzkopf, Sena 

          

          Jrinac und Ljuba Welitsch.Don Giovanni

Ich durfte Anton Dermota an vielen Abenden auf der Bühne des Theaters an der Wien - Ausweichquartier der Wiener Staatsoper von 1945 bis 1955 - in der Partie des Zinngießermeister Balthasar Zorn erleben.

Zu seinem siebzigsten Geburtstag sang er noch einmal in der Staatsoper den Tamino in Mozarts Zauberflöte. In der Presse hieß es damals, dass seine Stimme so wie gewohnt unverändert und frisch klang.

An seinem Wohnhaus in der Landstraßer Hauptstraße gibt es (noch) keine Gedenktafel für den großen Sänger.

Markiert in:
Weiterlesen

Ernst Deutsch (1890 - 1969), der expressionistische Schauspieler

Landstraßer / innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht.

Deutsch
Ernst Deutsch als Baron Kurz in "Der Dritte Mann"

Der in einer jüdischen Prager Kaufmannsfamilie  geborene Ernst Deutsch entwickelte sich als Schauspieler, nachdem er schon 1916 in Hasenclevers Drama Der Sohn am Dresdner Alberttheater die Titelrolle mit großem Erfolg gespielt hatte, zum expressio- nistischen Darsteller und im Verlauf seiner Karriere immer mehr zum Darsteller dämonischer Charaktere wie beispielsweise in seiner Darstellung des Baron Kurtz in Carol Reeds Film Der dritte Mann.

Bis 1933 - in diesem Jahr verließ er Deutschland und übersiedelte nach Wien - war Ernst Deutsch haupt- sächlich an Berliner Theatern tätig, spielte aber auch in einer großen Anzahl von Stummfilmen.

1938 emigrierte er in die USA und stellte in zahlreichen Hollywoodfilmen unter dem Pseudonym Ernest Dorian Nazis und deutsche Offiziere dar. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er über Paris und die Schweiz nach Wien zurück und wurde Ensemblemitglied des Burgtheaters.

Ernst Deutsch in der Rolle des Nathan, Burgtheater, 1967

Mehr als eintausendmal verkörperte Ernst Deutsch während seines Lebens die Titelrolle in Lessings Nathan der Weise. Seine Darstellung dieser Figur war über Jahrzehnte Vorbild für andere Schauspieler, als ob diese Figur ihm auf den Leib geschrieben worden wäre.

Ernst Deutsch war nicht nur ein großer und überaus talentierter Schauspieler; es war ihm aber auch bewusst, dass nur viel Einsatz und Engagement gemäß dem ihm zugeschriebenen Ausspruch Wer vom Glück nur träumt, darf sich nicht wundern, wenn er es verschläft zum Erfolg führt.

An seinem Wohnhaus in der Landstraßer Hauptstraße erinnert leider keine Gedenktafel an diesen großen Charakterdarsteller.

Weitere Bilder von Persönlichkeiten, Portraits, präsentieren wir in der History Online-Datenbank

Markiert in:
Weiterlesen

Therese Krones (1801-1830), die erste Darstellerin der "Jugend"

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (8).

 

Krones
Die heute weitgehend vergessene Volksschauspielerin Therese Krones (1801-1830) wurde hier begraben, ehe ihre sterblichen Überreste in ein Ehrengrab im Zentralfriedhof überstellt wurden. Heute erinnert nur noch ein kleiner Gedenkstein an sie.

Sie trat schon als Kind einer Schauspielerfamilie im Alter von fünf Jahren im Theater auf. 1821 kam sie ans
Ltherese krones rollenbildeopoldstädter Theater, wo auch Ferdinand Raimund tätig war.
1826 feierte sie ihren größten Triumph als Darstellerin der "Jugend" und erste Interpretin des inzwischen zum Volkslied gewordenen "Brüderlein fein" in Ferdinand Raimunds Zaubermärchen "Das Mädchen aus der Feenwelt" oder "Der Bauer als Millionär".
Ganz Wien lag der jungen Frau zu Füßen, Moritz von Schwind zeichnete sie in der Hosenrolle als "Jugend" und Joseph Kriehuber schuf die bekannte Lithographie. "Die Krones" führte ein verschwenderisches Leben und erwarb unter anderem auch ein Haus in Döbling.
Dann lernte sie den Hochstapler Severin Jaroszynski kennen, der sich als polnischer Graf ausgab und schließlich seinen alten Lehrer im Verlauf eines Raubes ermordete. Er wurde verhaftet, zum Tod verurteilt und 1827 bei der Spinnerin am Kreuz hingerichtet.

 

 

 

Therese Krones wollte sich völlig aus der Öffentlichkeit zurückziehen, aber Raimund überredete sie, wieder ans Leopoldstädter Theater zurückzukehren.

therese krones friedhof gedenktafelWenige Monate vor ihrem Tod wechselte sie gemeinsam mit Ferdinand Raimund ans Theater an der Wien.

 

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

Markiert in:
Weiterlesen

Interessante Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (2)

die Balettmeisterin

Ich beginne den Reigen mit Josephine Weiß (1804-1852), einer Ballettmeisterin aus der Biedermeierzeit. Sie trainierte in den Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts das Kinderballett des Josefstädter Vorstadttheaters und wurde mit ihren Schutzbefohlenen zu einer Tournee nach Süddeutschland eingeladen. Ein Engagement folgte dem andern, und schließlich waren die Künstler 1846 in London. Hier erhielten sie eine Einladung nach Amerika. Die "Allgemeine Theaterzeitung" vom 12. Oktober 1946 berichtete davon, dass das Schiff, mit dem die Überfahrt durchgeführt wurde, strandete und erst nach längerer Zeit die Fahrt fortsetzen konnte. Die Erfolgssträhne hielt auch in den Vereinigten Staaten an, und 1850 findet man die unternehmungslustige Frau mit einem Ballett - die ursprüngliche Truppe musste immer wieder durch Kinder aus den Ländern, wo sie gastierte, aufgefrischt werden - in Philadelphia, von wo Frau Weiß als wohlhabende Frau nach Europa zurückkehrte und für sich und ihren Ehemann, den Bassisten Eduard Lorenz Weiß, den "Wällischhof" in Brunn am Gebirge kaufte.
Sie konnte sich ihres Reichtums nicht lange erfreuen, weil sie schon 1852 starb. In meinem neuen Buch Der St. Marxer Friedhof, das nun bei uns im Museum aufliegt, findet der Leser eine Vielzahl solcher G'schichterln. Ich habe es aber auch bewusst als Hilfe für Besucher des Friedhofs gestaltet.

Übrigens können Interessenten dieses Buch auch im Onlineshop erwerben.

Markiert in:
Weiterlesen
Zum Seitenanfang