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Die User Blogs

Viel Spaß bei unseren Blogs - auch Sie sind herzlich eingeladen, hier Ihre Beiträge zu schreiben.

Meine Peter Mahler Galerie

Vielleicht gelingt es mir als "Brand New"-Blogger, einige Bilder von mir online zu stellen. Ich freue mich über die Nachfrage sehr und möchte ihr auch nachkommen.

 

 

Zuerst möchte ich ein paar neue Arbeiten zur Verfügung stellen, wie das nebenstehende

Porträt Sigmund Freuds;

später werde ich ältere Werke zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

imaginäres Dreieck Mahlers Impossible Triangle

 

Gustav M. Gustav Mahler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Falsche Sonne

 

Mahlers Mona Lisa

                                                                       Meine Mona Lisa

Ich bin durch viele Stilrichtungen gegangen, arbeite gerne mit verschiedenen Materialen und richte mich NICHT nach dem Kunstmarkt. Irgendwie, mag ich es nicht mehr. Er ist zu eng und viel zu gefangen in der Wirtschaft und Politik. Der Künstler lebt vom Verkauf seiner Werke. Am Anfang mit viel Kampf und Zittern. Der Weg ist uneben, voller Unsicherheit. Wenn er aber einmal Familie hat, kann er nicht mehr einfach von der Hand in den Mund leben, weil er Kinder zu versorgen hat.

Aber die öffentlichen Auftrage werden immer an die gleichen gegeben. Die Jüngeren, Unbekannten gehen MEIST LEER aus, ausgerechnet diejenigen, die Unterstützung und Anerkennung BRAUCHEN. Dem Markt, dem Galeriewesen und der Kulturpolitik FEHLEN das menschliche Herz. Ja, hier VERSAGEN ALLE.

Ich sehe das auch hier in Klagenfurt. Hier bekommen immer dieselben Künstler Aufträge, ja, es wird auch nur diese eine Gruppe eingeladen, an Wettbewerben TEILZUNEHMEN! Das alles habe ich gesehen und hier im schönen Klagenfurt erlebt. Ich finde, dass das UNGERECHT ist.

Sorry, Freunde, dass ich mich so aufrege. Aber ich HASSE so etwas. Ich sollte an eine Zeitung schreiben und mich beschweren. Vielleicht wäre das für die Gesellschaft hier gut. Sonst liebe ich das Land Klagenfurt sehr, und ich genieße das Leben hier. Besser hätte es mich nicht erwischen können. Das Schicksal brachte mich hierher, wo ich meinen Lebensabend verbringen möchte, zwischen Kärnten und 1030 Wien.

Der Wiener Bezirk Landstraße ist meine zweite Heimat. Da verbrachte ich die Hälfte meines Lebens und kehre auch immer wieder dorthin zurück. Mal sehen .... Ich wohnte in der Unteren Weißgerberstraße, in der Boerhavegasse, Juchgasse, Schützengasse und Landstraßer Hauptstraße. Nicht schlecht, was? Kein Wunder, dass ich immer wieder zurückkomme ... das Leben ist wunderbar in Wien-Landstrasse, dort gibt es eine MENGE tolle, freundliche Leute.

 

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Anton Diabelli (1781-1858), Komponist und Musikverleger

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (16).

Anton DiabelliDer erfolgreiche Musikverleger Anton Diabelli entstammte einer Salzburger Musikerfamilie und erhielt schon während seiner Kindheit Gesang-, Klavier- und Orgelunterricht durch seinen Vater. Im Alter von sieben Jahren wurde er Sängerknabe im Kloster Michaelbeuern, wo er eine gediegene Musikausbildung genoss, die er ab 1790 auf Empfehlung seines Förderers Michael Haydn, der seine kompositorische Begabung erkannt hatte, im Salzburger Benediktinergymnasium fortsetzte.
Seine Eltern wünschten, dass er Priester werde, weshalb er 1800 in ein Zisterzienserkloster eintrat, aber trotzdem weiterhin komponierte. Als das Kloster 1803 säkularisiert wurde, gab er seinen Vorsatz Priester zu werden, auf und ging nach Wien zu Joseph Haydn, den Bruder seines Förderers. Hier gab er Klavier- und Gitarreunterricht.
Er wurde wegen seiner Kompositionen von Joseph Haydn geschätzt und befreundete sich mit Ludwig van Beethoven, der 33 Variationen über einen von Diabelli komponierten Walzer - op. 120 - schuf. ---Hörbeispiel--- Diabelli komponierte während dieser Zeit zahlreiche Musikstücke für Gitarre.
1818 trat Anton Diabelli in den Musikverlag von Peter Cappi ein, den er schließlich 1824 übernahm. In den folgenden drei Jahrzehnten betreute er alle bedeutenden Wiener Komponisten - von Haydn, Beethoven, Cherubini und Mozart über die "Sträuße" und Lanner bis Schubert - wodurch er in Wien zur Institution wurde.
Die Liste seiner mehr als 200 Kompositionen umfasst neben der Gitarre- auch Klavier-, Orchester und Kammermusik sowie Operetten, Singspiele, Kantaten und Messen. Noch heute werden seine Pastoralmesse - op. 147 - und Landmesse - op. 107 - aufgeführt. Seine letzte Wohnung hatte er im Haus Am Heumarkt 9. Leider gibt es hier keine Gedenktafel.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Heinz Sandauer (1911-1979), Komponist und Kapellmeister

Heinz SandauerSein Name wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren jeden Tag im Radio bei Musiksendungen genannt: Am Klavier Heinz Sandauer, Komponist Heinz Sandauer oder Orchester unter der Leitung von Heinz Sandauer. Nach seinem Musikstudium in Wien begann er als Arrangeur für die großen Operettenkomponisten Franz Lehár, Emmerich Kalmán und Robert Stolz.
Zur selben Zeit arbeitete er für die RAVAG - heute Österreichischer Rundfunk - und wurde bald darauf Dirigent des Wiener Rundfunkorchesters. Die von ihm geschaffene Unterhaltungsmusik ging ins Ohr; er komponierte die Musik für rund 30 Filme - darunter "Feldherrnhügel", "Ernte", "Der eingebildete Kranke", "Schäm Dich, Brigitte", "Reisebekanntschaft", "Anton, der Letzte" und viele andere Streifen, an die sich heute niemand mehr erinnert - aber auch Wienerlieder und Schlager (Texter war häufig Erich Meder) - ich nenne einen davon, den heute auch niemand mehr kennt "So ein Regenwurm hat's gut".

Ich erinnere mich aber noch gut daran, dass man dieses harmlose Liedchen vor dem März des Schicksalsjahres 1938 tagtäglich trällern oder summen gehört hat, quasi als Eigentherapie gegen das damals so gar nicht leichte Leben - um es vorwegzunehmen, damals war das Leben wegen der herrschenden Arbeitslosigkeit schwierig, nach dem März 1938 wurde es wegen der politischen Situation unerträglich: Da muss ich resümieren Lieber schwierig als unerträglich! Im Juni 1950 lernte ich Sandauer über Empfehlung unseres Familienfreundes Fredl Herzer kennen, weil der "große" Orchesterleiter wegen plötzlicher Erkrankung seines Schlagzeugers einen Ersatz für seine Sommertournee suchte. Ich spielte ihm vor, und beim Abschied an der Wohnungstüre fragte er: "Sie haben ja einen Smoking?" Natürlich hatte ich den nicht, und so wurde aus meinem Engagement bei Heinz Sandauer eben nichts. Schade?

Am Wohnhaus Mohsgasse 4 gibt es keine Gedenktafel für Heinz Sandauer.

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Josef Strauss

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (4)

 

josef straussAn der Stelle wo Josef Strauss und seine Mutter Anna beigesetzt waren, befindet sich eine dieser Gedenktafeln, die auf die seinerzeitige Exhumierung und Überführung auf einen anderen Friedhof verweist. Johann Strauss (Vater) wollte nicht, dass seine Söhne wie er Musiker würden, weshalb er verlangte, dass Johann jun. und Josef studieren.
Johann brach seine Ausbildung ab, aber der folgsame Sohn Josef absolvierte das Polytechnikum - heute entspricht das der Technischen Universität - arbeitete als Bauleiter und erfand eine Straßenkehrmaschine, deren Modell im Wiener Technischen Museum aufbewahrt wird.
Als sein älterer Bruder Johann 1852 völlig erschöpft von einer Konzertreise nach Wien heimkehrte, ließ sich Josef dazu überreden, als Kapellmeister einzuspringen.
Er begann auch zu komponieren - Delirienwalzer, Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust, Spärenklänge, Dorfschwalben aus Österreich usw. - und beide Brüder gewöhnten sich daran, dass Josef immer dann Johanns Orchester leitete, wenn dieser verhindert oder auf Tournee war.
Auf einer Konzertreise nach Warschau brach Josef Strauss bewusstlos zusammen und starb bald, nachdem man ihn nach Wien zurückgebracht hatte.
Seine Mutter Anna war im Februar 1870 gestorben, Josef starb im Juli desselben Jahres; Mutter und Sohn hatte eine innige Liebe verbunden, weshalb beide in einem Grab beigesetzt wurden.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof mit einem beigelegten Orientierungsplan liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Christoph Willibald Gluck (1714-1787), der Opernreformator wohnte in St. Marx

Landstraßer/innen, über die man auch noch heute (manchmal) spricht (3).

Opernkomponist Chr. Willibald Gluck
Der große Opernreformator entstammte der kinderreichen Familie eines Försters, der 1717 aus der Pfalz nach Böhmen gekommen war.  Schon in seiner Kindheit erlernte er das Spielen mehrerer Instrumente. 1731 kam er nach Prag, wo er Logik und Mathematik zu studieren begann. Schon bald tauchte er in Mailand auf, wo er an ein Orchester engagiert wurde. Hier lernte er nicht nur das Wesen der Oper kennen, sondern hatte auch das Glück, vom damals bedeutenden Komponisten Giovanni Battista Sammartini Unterricht in Kompositionslehre zu erhalten, und 1741 wurde seine erste Oper Artaserse in Mailand uraufgeführt. Bis 1745 blieb er in Italien, wo er seine nächsten sieben Opern komponierte und aufführte.

Ab 1746 bereiste er komponierend Europa. Aufenthalte in London, Dresden und Kopemhagen sind bekannt. 1750 hielt er sich in Wien auf, wo er in der Kirche St. Ulrich die wohlhabende 18jährige Wiener Bürgerstochter Maria Anna Bergin heiratete, wodurch er finanziell unabhängig geworden war.

Ab 1752 ließ sich Gluck endgültig in Wien nieder, erhielt eine Anstellung als Kapellmeister und wurde von Papst Benedikt XIV. zum Ritter des goldenen Sporns erhoben. Bisher hatte er seine Opern in der Art der opera seria und der opera buffa komponiert. Ab den Sechzigerjahren kamen ihm Bedenken über den Inhalt und die Form der aufgeführten Opern, und er beschloss, in Zukunft komische Opern zu schaffen, in denen die menschlichen Gefühle der dargestellten Figuren im Vordergund stehen. 1764 brachte er nach einer zweijährigen Pause seine Reformoper La recontre imprévue dem Wiener Publikum mit großem Erfolg zu Gehör. 1774 erhielt er den Titel K. k. Hofcompositeur, der mit einem jährlichen Gehalt von 2.000 Gulden verbunden war.

Nach dem großen Erfolg mit seiner Oper Alceste kaufte er ein  Haus samt Garten an der heutigen Anschrift Rennweg 93. Als Gluck 1779 in Paris die Proben für seine neue Oper Écho et Narcisse überwachte, erlitt er einen Schlaganfall, dem zwei Jahre späterer ein weiterer folgte. Weil Lähmungserscheinungen auftraten, tauschte der Komponist sein St. Marxer Haus gegen eines in Perchtoldsdorf, von wo er 1784 auf die Wieden übersiedelte. Er lebte nun zurückgezogen, komponierte aber weiterhin.

Nach seinem Tod wurde er auf dem ehemaligen Matzleinsdorfer katholischen Friedhof, der  uns seit 1923 als Waldmüllerpark bekannt ist, beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden in ein Ehrengrab im Wiener Zentralfriedhof umgebettet.

Christoph Willibald Gluck gilt heute als erster international anerkannter Starkomponist - mehr als 50 Opern, außerdem mehrere Ballette und Instrumentalwerke - und alle bedeutenden Komponisten nach ihm sahen in seiner Musik und Theorie den Beginn der modernen Bühnenmusik.

An der Stelle, wo der Komponist sein Haus hatte, gibt es keine Gedenktafel für ihn. Lesen Sie doch bitte weiter auf unserer Museumshomepage

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VOLKSSÄNGER- UND GASTHAUSKULTUR IM DRITTEN BEZIRK

Harfenist-Baumann-in-der-Steingasse_1905_Engelhart
Im 17. Jahrhundert spielten Dudelsackpfeifer in Gasthäusern zur Unterhaltung auf. Sowohl die Sage um den „Lieben Augustin“ als auch die historisch belegte Person des Dudelsackpfeifers Marx Augustin (1643–1685), der auf der Landstraße daheim gewesen war, sind in unserer Erinnerung.
Im 18. Jahrhundert übernahmen die Harfenisten, die zu ihren gezupften Melodien sangen, die Unterhaltung der Wirtshausgäste. Einige von ihnen sind uns dem Namen nach noch bekannt wie Leopold Bürger (1771–1833), der als „blinder Poldl“ in ganz Wien bekannt war, oder der ebenfalls blinde Karl Perfetta (1810?-1870), der von dem aus England stammenden und auf dem St. Marxer Friedhof beerdigten Elias Parish Alvars (1808-1849) ausgebildet worden war und vornehmlich auf dem Wasserglacis – heutiger Stadtpark – die Gäste unterhielt.

 

 

Blinde-Hofmusikanten_1932_Engelhart
Diese Musiker zogen meist als gering geschätzte Alleinunterhalter durch die Gasthäuser und bestritten ihren Lebens-unterhalt durch „Absammeln“ von milden Gaben.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen die Volkssänger auf dem Plan; die ersten traten im Narrenkostüm gemeinsam mit Harfenisten auf und fristeten
ihr Leben ebenso mühsam wie diese. Einige von ihnen waren, weil sie in keinem Lokal beschäftigt wurden, darauf angewiesen ihr Dasein als Hofsänger zu fristen.




Erst Johann Baptist Moser, sein bürgerlicher Name war Müller (1799-1863), der übrigens in der
Landstraßer Hauptstraße wohnte, machte das Volkssängertum salonfähig. Er komponierte Couplets
und gründete eine Gesellschaft von Sängern und Komikern, die im Frack auftraten und nun zu Klaviermusik sangen; um seine fix terminisierten Vorstellungen besuchen zu können, mussten die Besucher einen Eintrittspreis bezahlen, womit das Absammeln mit dem Hut ein Ende hatte.
Seinem Vorbild folgten bald auch andere Volkssängergesellschaften, unter denen man die Namen Edmund Guschelbauer (1839-1912), der das heute noch beliebte Wienerlied vom „oidn Drahrer“ bekannt machte, Fanny Hornischer (1845-1911), Emilie Turecek, verehelichte Demel, die in ganz Wien als „Fiakermilli“ (1848-1889) bekannt war, Antonie Mansfeld (1835-1875) und den Fasanviertler Carl Lorens (1851-1909) findet.

Alle diese Künstler wurden für ihre Auftritte von Gastwirten, die entweder in ihrem Lokal über einen Saal mit Bühne oder für sommerliche Auftritte einen entsprechend großen Garten verfügten, engagiert
Diese Gewohnheit versuchte Johann Fürst (1825-1882) zu ändern, der sein eigenes Fürst-Theater im Prater gründete.
Damit begann die Wiener Tradition des Unterhaltungstheaters, die mit noch heute bekannten Namen wie Hermann Leopoldi (1888-1959), Karl Farkas (1893-1971), Fritz Grünbaum (1880-1941 Dachau), Fritz Löhner-Beda (1883-1942 Auschwitz), Ernst Arnold (1892-1962), Fritz Imhof (1891-1961) und vielen anderen hier nicht Genannten verbunden ist.
Aber kehren wir zu den Unterhaltungsstätten im dritten Bezirk zurück, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Volkssänger die Menschen unterhielten.
Es war die Zeit, als der Gast solcher Lokale seine Alltagssorgen vergessen wollte und ein Gefühl der Geborgenheit vor allem Unangenehmen, das die Welt dort draußen bot, suchte. Ein Vierzeiler sagt alles dazu aus:

Bei mir z‘haus
bin i nia z‘haus.
Aber im Wirtshaus
bin i wia z‘haus.

Beginnen wir mit unserer Wanderung durch die ehemaligen Landstraßer Wirtshäuser am ehemaligen Glacis. Etwa an der heutigen Anschrift Marokkanergasse 3 befand sich das beliebte Lokal „Zu den zwei Täuberln“, das der in der Nähe wohnende Peter Fendi in einem reizenden Stich verewigte. Hier waren schon in früherer Zeit die Harfenisten daheim gewesen. 1826 trat hier der junge Johann Strauss (Vater) mit einer kleinen Musikergruppe auf und brachte als Einstand sein Opus 1, den Täuberl-Walzer, zu Gehör.
Im „Neulingschen Brauhaus“ (Ungargasse / Ecke Neulinggasse) und dem angeschlossenen Garten traten sowohl Johann Baptist Moser als auch Edmund Guschelbauer auf.
Im Garten der „Goldspinne“ (Ecke Ungargasse / Linke Bahngasse) konzertierten die Kapelle Kirchmayer
und das Terzett D‘Gumpendorfer.
An der Ecke der Beatrixgasse zur Landstraßer Hauptstraße befand sich das Volkssängerlokal
„Zum schwarzen Bock“. Hier trat die Gesellschaft des unweit von hier wohnenden Johann Baptist Moser einige Zeit allwöchentlich auf; 1843 hatte hier das Mitglied der Moser-Gesellschaft Johann Kwapil (1822-1907) sein Debut.
Wenige Schritte weiter – Landstraßer Hauptstraße 31 – gab es die „Goldene Birn“ des Ehepaares Johann Evangelist und Anna Stipperger. Das Lokal galt jahrzehntelang als vornehmes Tanzetablissement, wo Vater und Sohn Johann Strauss ebenso wie Josef Lanner und viele andere damals beliebte Tanzorchester aufspielten. Im Gasthaus ließ es sich Ludwig van Beethoven schmecken, und im angeschlossenen Gasthof wohnten Alexander Ypsilanti und Honoré de Balzac.
Schräg gegenüber finden wir das Lokal „Zum roten Hahn“, wo nicht nur die närrische Gesellschaft um Franz Schubert ihre Zusammenkünfte hatte, sondern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch der berühmte Stammtisch der bildenden Künstler Robert Russ, Hans Canon, Carl Moll und Emil Jakob Schindler tagte.
Im Garten des Gasthauses „Zum guten Hirten“ (Gasthaus Metzger, Landstraßer Hauptstraße 55) ist das Auftreten Guschelbauers und Fanny Hornischers verbürgt.
Schräg gegenüber vom Metzger gab es an der Ecke zur Rochusgasse über Jahrzehnte das Gasthaus „Zum eisernen Hut“, das von Studenten bevorzugt wurde und wo es häufi g hoch her ging; der 1848er-Revolutionär Hans Kudlich (1823-1917) – er wohnte übrigens zu dieser Zeit im Gasthof „Zur goldenen Birn“ – erinnerte sich daran in seinem Buch „Rückblicke und Erinnerungen“.
Ein Stück stadtauswärts gab es das Gasthaus „Zum schwarzen Tor“ (Landstraße Hauptstraße 73), wo schon zu Ende des 18. Jahrhunderts zum Tanz aufgespielt wurde. 1791 wurde den Lesern der Wiener Zeitung berichtet, „ ... dasz Sonntag den 25. September wie gewöhnlich Musik beim „Schwarzen Tor“ ist ... Herr Stratzer hat zu Ehren des schönen Geschlechtes zwölf neue Menuetts und zwölf Langaus
verfasset, womit er sich hören lassen wird“.
Der Landstraßer Stipperger-Sohn Bernhard mit Vornamen unterhielt sein erstes Lokal „Zur schönen
Sklavin“ in der Erdbergstraße (heute Nr. 10), von wo er in die Innenstadt wechselte, wo er das Schild „Zum goldenen Ochsen“ bald durch die imponierende Aufschrift „Zur Stadt Frankfurt“ ersetzte. Hier war Franz Grillparzer einer seiner Stammgäste, und es ist bekannt, dass Stipperger einer der ersten war, die nach dem Tod des Dichters einen bedeutenden Betrag für die Errichtung eines Denkmals  zeichneten.
Der zweite Stipperger-Sohn namens Johann betrieb in der Weißgerber-Vorstadt das Lokal „Zum guten Hirten“ in der dortigen Hauptstraße (heute Obere Weißgerberstraße 18), das er in der Tradition seiner Eltern sowohl als Gasthaus als auch als Tanzetablissement führte. Das Lokal erfreute sich offenbar eines guten Rufes, was man einem Gedicht entnimmt:

Doch mehr zufrieden ist man bei der Schenke
Zum guten Hirten, denn der Wirt
versorgt mit guten Speisen und Getränken
die Schafe wie ein guter Hirt.

In Erdberg sind der „Schwarze Adler“ in der Petrusgasse (heute Nr. 2), die „Ungarische Krone“ in der
Schimmelgasse (heute Nr. 2) und der „Weinstock“ in der Schlachthausgasse (heute Nummer 14) als
Volkssängerlokale zu nennen, wo sich die Gäste ohne jeden Standesunterschied – vom Handwerker
bis zum Herrn Lehrer und vom Fiaker bis zum G‘studierten – unterhalten ließen.
Bei-den-Volkssaengern-in-Simmering_Engelhart
Am äußeren Rennweg (Ecke Grasbergergasse) befand sich das beliebte Gasthaus „Zum ewigen
Leben“, das bis 1874, als der St. Marxer Friedhof geschlossen wurde, gerne von Trauergästen zum
Leichenschmaus besucht wurde. Schon zu dieser Zeit, aber auch noch bis in die ersten Jahre
des 20. Jahrhunderts gab es allwöchentlich am Samstag große Vorstellung. Hier trat häufi g die
Gesellschaft Emmerich Zillner, Komponist des bekannten Liedes „Es steht ein alter Nussbaum
drausst in Heiligenstadt“, auf und Paul Meneghini konnte in seiner Posse „Der Herr Vetter aus
Krems“ bewundert werden.
Heute werden solche Veranstaltungen nur noch von wenigen „Feinschmeckern“ besucht, wodurch
die Pflege des Wienerliedes aber auch der Geselligkeit leiden.

 Auszug aus dem Museumsheft 2012/1 zu beziehen im Shop.genaustria.at

 

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Der Erdberger Operettenkomponist Raimund Friedrich VESELY

Im April 1900 wurde in der Kübeckgasse dem aus Tschechien stammenden Ehepaar Vinzenz und Henriette, geborene Dluhos, Vesely endlich nach zwei Mädchen ein Bub geboren. Der elterliche Plan sah vor, dass Raimund Friedrich nach seiner Matura im Realgymnasium Bergbau studieren werde, um so eine solide Grundlage für eine Beamtenkarriere zu haben. Aber es kam anders: Die Eltern starben während des Ersten Weltkrieges, und Raimund Friedrich machte eine Banklehre, nachdem er zuvor die Handelsakademie besucht hatte. Schon während seiner Schulzeit spielte der Jüngling sehr gut Klavier und spielte auch manchmal in der Öffentlichkeit. Aber, was das Wichtigste war, er begann zu komponieren. Im Jahr 1923 lernte er Fritz Grünbaum kennen, dem er einige seiner Lieder vorspielte. Grünbaum war begeistert und ermutigte den jungen Mann weiterhin zu komponieren.

1925 entstand Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren, es folgten In einer kleinen Konditorei, Ich hab' das Fräul'n Helen' baden seh'n, Ich reiß mir eine Wimper aus, Und die Musik spielt dazu und viele andere Schlagermelodien.
Längst nannte sich Herr Vesely Fred Raymond und 1937 glückte ihm sein großer Wurf mit der Operette Die Maske in Blau, der ein Jahr später Saison in Salzburg folgte.
Dann kam der Zweite Weltkrieg; wegen seiner Herzschwäche wurde er einer Propagandakompanie zugeteilt, die den Militärsender Belgrad betrieb.
1942 entstand die Melodie für das Durchhaltelied Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei mit einem Text von Max Wallner und Kurt Feltz. Sehr bald wurde der Text der zweiten Zeile des Refrains ... nach jedem Dezember kommt wieder ein Mai allgemein durch ... zerscht geht der Hitler und dann die Partei ersetzt.
Nach Kriegsende übersiedelte der Komponist nach einem kurzen Zwischenspiel beim Salzburger Rundfunk nach Hamburg, wo er seine beiden letzten Operetten Flieder aus Wien (1949) und Geliebte Manuela (1951) komponierte. In diesem Jahr bezog er mit seiner jungen Gattin ein neues Haus in Überlingen am Bodensee. Noch vor der Geburt seines Sohnes Thomas starb der erfolgreiche Komponist 1954 an Herzversagen. Unvergessen sind seine Schlager Ja, das Temperament, Wenn der Toni mit der Vroni, Am Rio Negro und Die Julischka aus Buda Buda Budapest.

In der Kübeckgasse erinnert keine Gedenktafel an den Komponisten.

 

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Franz Schmidt (1874-1939), der Komponist der Oper "Notre Dame"

Landstraßer/innen, über die man auch heute noch (manchmal) spricht (6)

 Franz Schmidt

Der aus Preßburg stammende spätere Komponist wohnte schon als Student ab 1889 in unserem Bezirk (Juchgasse 40). Nach seinen Studien - Kompositionslehre, Klavier, Cello - wurde er als Solocellist Mitglied der Wiener Philharmoniker und spielte auch im Quartett von Arnold Schönberg. 1914 bekam er eine Professur für Klavier an der Wiener Musikakademie - heute Universität für Musik und darstellende Kunst - deren Direktor er 1925 und Rektor ab 1927 wurde. Als Lehrer für Klavier, Violoncello, Kontrapunkt und Komposition bildete er zahlreiche Musiker, Dirigenten und Komponisten aus. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er 1937 seine Lehrtätigkeit.

Schmidt komponierte vier Symphonien, mehrere Klavierkonzerte, Orchester-, Kammermusik- und Orgelwerke. Seine bedeutendsten Kompositionen waren über Jahrzehnte sein Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln und seine romantische Oper Notré Dame; als Vorlage des zweiaktigen Werks diente der Roman Der Glöckner von Notre Dame, das  Libretto verfaste Schmidt gemeinsam mit Leopold Wilk nach Texten nach Victor Hugo.

Er erhielt viele Auszeichnungen, und anlässlich seines 60. Geburtstages wurde ihm das Ehrendoktorat der Wiener Universität verliehen.

Sein Privatleben verlief besonders tragisch: Ab 1919 war seine Ehefrau zur stationären Behandlung in der Wiener Nervenheilanstalt Am Steinhof untergebracht, und seine Tochter Emma starb völlig unerwartet nach der Geburt ihres ersten Kindes. Die Ermordung seiner Frau im Zug der nationalsozialisten Euthanasie-Kampagne im Jahre 1942 musste er nicht mehr erleben.

Seine weitere Anschriften in unserem Bezirk waren: Erdbergstraße 57 (1891-1899), Hainburgerstraße 56 (1900) und Neulinggasse 36 (1823-1926).

Leider erinnert heute in ganz Wien nichts mehr an diesen großen Künstler.

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Willi Boskovsky (1909-1991)

Landstraßer/innen, über die man auch heute noch (manchmal) spricht.

WILLI BOSKOVSKY (1909-1991), der Konzertmeister der Wiener Philharmoniker

Der Dirigent d. Wr. PhilharmonikerUm es vorwegzunehmen: Seine langjährige Anschrift lautete Jacquingasse 51, wo es keine Erinnerungstafel für ihn gibt.

Durch seine Mutter erhielt er schon mit fünf Jahren Unterricht im Geigenspiel. Als Abschluss seines Studiums an der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst gewann Willi Boskovsky 1926 den Kreisler-Preis, wurde 1932 Mitglied der Wiener Philharmoniker, ab 1935 unterrichtete er Violine an der Akademie und war von 1939 bis 1971 deren Konzertmeister.

Als Solist trat er mit den Dirigenten Hans Knappertsbusch, Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler auf.

Von 1955 bis 1979 dirigierte Boskovsky die alljährlichen Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker. Er ist allen Liebhabern dieser Konzerte unvergesslich, weil er dabei ebenso wie Johann Strauß (Sohn) mit der Geige in der Hand dirigierte, auf der er zwischendurch ein Solo spielte.

Dazu hier ein Link zum Hörgenuss: Neujahrskonzert

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Theodor Georg von Karajan (1810-1873), d. Urgroßvater des weltbekannten Dirigenten

Interessante Landstraßer Persönlichkeiten, die im St. Marxer Friedhof beerdigt wurden (23).

Theodor von Karajan

Eine Erinnerungstafel an der Stelle des Grabes des wissenschaftlich und politisch bedeutenden Mannes befindet sich im griechisch-serbischen Teil des St. Marxer Friedhofs unweit des Grabsteins für Vuk Stefanovic Karadzic.

Nach der Schließung des Friedhofs 1874 wurden seine sterblichen Überreste in den Friedhof von Mauer im heutigen 23. Bezirk überführt.
Die Familie der Karajans stammte aus Nordgriechenland und kam bereits im 18. Jahrhundert als Baumwollhändler nach Chemnitz, wo sie in den Reichsadelsstand erhoben wurde. Als sie nach Österreich kamen, wurde ihr Adelsstand 1832 anerkannt. Theodor studierte an der Wiener Universität, trat dann in den Staatsdienst ein und war im Hofkriegsrat bzw. in der Hofbibliothek tätig.
Seine historischen Forschungen auf dem Gebiet der Vergleichenden Sprachwissenschaften und des Mittelalters - seine diesbezüglichen Forschungen umfassten eine breite Palette von Abraham a Sancta Clara bis Michael Behaims Buch von den Wienern - brachten es mit sich, dass er in den 1840er Jahren Mitglied akademischer Vereinigungen in ganz Europa wurde.
Während der Epoche der 48er Revolution war er als Wissenschafter unverdächtig und wurde als Abgeordneter in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Diese Internationalität brachte es mit sich, dass er sowohl Mitglied der Preußischen als auch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde. 1869 wurde Theodor Georg von Karajan durch die Ernennung zum Ritter des Leopold-Ordens in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.
Karajans letzte Anschrift war Landstraßer Hauptstraße 112; leider gibt es dort keine Gedenktafel für den beudetenden Mann. Zuletzt sei noch erwähnt, dass Theodor Georg von Karajan der Urgroßvater des uns noch wohlbekannten Dirigenten Herbert von Karajan war.

INFO: Der ausführliche neue Führer durch den St. Marxer Friedhof, der mit einem beigefügten Orientierungsplan versehen ist, liegt nun für Interessenten vor. Sie können diesen im Bezirksmuseum Landstraße oder im Onlineshop erwerben.

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Willkommen als neuer Blogger - Der Künstler Peter Mahler

DER KÜNSTLER PETER MAHLER

Im Jahre 1999 lernte ich diesen Künstler kennen, als er zu mir ins Bezirksmuseum kam. Er stellte sich als Urgroßneffe des weltbekannten Komponisten Gustav Mahler vor, weshalb wir seine Ausstellung, in der ich auch seinen bedeutenden Verwandten, der jahrelang im 3. Bezirk wohnte, unserem Publikum vorstellte, DIE BEIDEN MAHLER nannte.

Peter Mahler wurde in den USA geboren, wohin seine Familie aus historisch-rassischen Gründen 1938 emigriert war.

P Mahler

Die folgenden Links erzählen alles Wissenswerte über Peter Mahler, der seit einigen Jahren in Klagenfurt lebt.

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2697561/leonardo-sigmund-freud-neuer-pixelung.story

http://tv.orf.at/groups/kultur/pool/ninoholm

Um die Kontaktnahme mit dem Künstler zu erleichtern: MagPeterMahler @ gmx.at

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Bekanntschaft mit meinem Freund Peter Mahler in seinem neuen, eigenen Blog hier bei mir

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