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Lebenserfahrung

 

Lebenserfahrung

eines Siebzigjährigen

Ich kannte einst ein kleines, süßes Veilchen. Es spürte nicht das Frühlingssturmgetose, auch nicht das wilde Knabenmundgekose, ich dacht' mir, warte noch ein kleines Weilchen.

Ich wartete zwei oder drei so Weilchen und aus dem Veilchen wurde eine Rose, der wilde Knabe kam und brach die Rose, ich - fand zum Glück ein neues Veilchen.

So unbarmherzig ist das Schicksalswalten und manche Liebe mußte jäh erkalten, drum sage niemals: später oder nie -

und kannst das Veilchen du auch noch nicht halten, bevor die Rose legt Ihr Kleid in Falten, sinkst du schon selbst leicht sterbend in die Knie.

Mai 1993

v. Josef Weichselbaum, Kleinkadolz (iM) Aus seinem "Gedichte Band "

 

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Heilige Liebe

Wie dank ich Gott für diese große Liebe in all den fünfundsechzig langen Jahren, die auch so schön, genau so kurz sie waren; ich bete, daß die Liebe weiter bliebe

und daß ich weiter mich in Treue übe trotz all den vielen schweren Leidensjahren und in der heut'gen Welt tausend Gefahren, daß nichts dies' wahre hehre Glück betrübe.

Ja wahr und rein und ohne Schuld und Fehle und ohne Argwohn, Mißtrauen und Hehle, nur Seele sein im heißgeliebten Andern,

sich gegenseitig hohe Achtung dingen, und gern und freudig jedes Opfer bringen, sogar auch sterben können für den Andern.

Josef Weichselbaum, 9. Oktober 2001 (in seinem Dank zu seiner Ehefrau)

Aus seinem Gedichte - Band

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Liebe in der Frühlingsnacht

Die Nachtigall, sie singt so süße Lieder, die Zweige sich still und verstohlen neigen;

mit Liebesmelodien und Blütenreigen kehret der Frühling in die Heimat wieder.

So wohl rieselt es durch die Brust und Glieder, die beiden Menschen,
sie schauern und schweigen, glücksdurchdrungen ihre Herzen sich zeigen,

Gott Amor schickt Liebespfeile hernieder.

Sie steh'n eins ins andere still versunken, das rauhe Leben umher sie vergessen,
selig berauscht von Frühlingsduft und Liebe,

die Lippen heiß, den Blick so wonnetrunken, das Lebensglück so groß, nicht zu
ermessen,
flüstern sie: "Ach, wenn es immer so bliebe."

v. Josef Weichselbaum, Kleinkadolz aus seinem Gedichte Band

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Mein Österreich !

Ich hab' im Krieg gekämpft im guten Glauben und vor mir meine Generationen, die Feinde
waren hundert Nationen,
doch ließ ich mir die Heimatlieb' nicht rauben.

Sie schlugen mich zum Krüpperl, Kranken, Tauben, Mißachtung, Spott, Verhöhnung
von den Drohnen -
und niemals wird mein großes Leid wer lohnen, doch will ich immer
an mein Öst'reich glauben.

Wo gibt es sonstwo schönere Novenen ? Ein jeder Fleck ist wie ein Garten Eden in
uns'rem wunderschönen kleinen Reich

und all mein einstens Bangen und mein Sehnen im unheilvollen Krieg 'gen Unschulds
jeden
heißt jetzt: ich liebe dieses Österreich !

v. Josef Weichselbaum (iM) Aus seinem Gedichte Band

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Einer Malerin

 

Einer Malerin

Du lächeltest mir zu, ich war benommen, Dein schönes Antlitz kannte ich schon lange, was machte jetzt mein Herz so weh und bange, was war es, das mir hat das Wort genommen ?

Ist es die Höhe, die Du schon erklommen mit Deiner Kunst fast bis zum Überschwange, die mich beschämt und hemmt in meinem Drange Dir gleich zu werden in der Kunst, der frommen ?

Ja, hoch und heilig ist Dein Tun und Walten, in der Natur un in des Waldes Hallen, das sind des hohen Geistes Regionen,

in denen sich die Seele will entfalten, wo Gottes Lieb' und Güte widerhallen, "Er" schenk Dir edle Inspirationen.

v. Josef Weichselbaum, Kleinkadolz (iM) Aus seinem "Gedichte Band "

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Ein neuer Stern

An meinem Himmel steht ein Stern, ein neuer, ich höre leise Aeolsharfen klingen, ich fühle mich auf Astro-Höhen-Schwingen, mein Geist ist klein und wird noch stilller, scheuer

vor Deinem Nacht-erhellend' Geistesfeuer. Du bringst im Bild den Kosmos zum Erklingen und willst selbst den Uranus noch erzwingen als Geist-konglomerates Ungeheuer.

Verzeih' mir, Dich mit Magiern zu vergleichen, doch Deine Kunst macht dich entrückt, erhaben, den Irrenden ein ruhig Rettungslicht.

Es möge Unrat der Ästhetik weichen, Fortuna überschütte Dich mit Gaben, und zürne uns'ren vielen Schächen nicht.

1991

v. Josef Weichselbaum, Kleinkadolz (iM) Aus seinem "Gedichte Band "

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Du Gute

Du Gute, schönste aller schönen Frauen - ist 's nötig denn, daß mich die Sehnsucht quäle und daß ich Tag und Nacht die Stunden zähle bis ich darf Deine Seelenaugen schauen?

Ich wag' es kaum, dem holden Glück zu trauen, daß Deine große Samariter-Seele,

so kindlich rein und frei von Schuld und Fehle, mir ihre Liebe schenkt und ihr Vertrauen.

Warum darf ich nicht Deine Nähe fühlen, warum darf ich nicht Deine Schönheit sehen, wenn sich mein Herz nach Deiner Liebe sehnt?

Ich möcht' ganz tief in Deinem Herzen wühlen, ich möcht' ganz stark um Deine Liebe flehen, wenn auch mein Leben schon im Herbste tränt.

v. Josef Weichselbaum, 1991 aus seinem Gedichte Band

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